Zug nach Uelzen fällt nach Vandalismus-Schäden durch Fußballrowdys aus

Chaoten wüten im Metronom

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Kein Einzelfall: Dreckige Waggons finden die Zugbegleiter nach Fußballspielen ständig vor.

Uelzen/Bremen. Rund um das Bremer Weserstadion ist es am Sonnabend beim Nord-Derby zwischen den Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und Hamburger SV weitgehend ruhig geblieben.

Dagegen ereigneten sich in Zügen der Uelzener Eisenbahngesellschaft Metronom schwere Ausschreitungen. Besonders dramatisch war die Situation im Zug, der gegen 19 Uhr von Bremen nach Hamburg fuhr. Wegen Vandalismus-Schäden durch Rowdys des HSV fiel der Metronom 82129, der um 19. 54 Uhr von Hamburg-Hauptbahnhof nach Uelzen weiterfahren sollte, komplett aus.

„Es wurden zehn Deckenverkleidungen eingeschlagen, eine Lampenverkleidung wurde herausgerissen und jemand hat mit dem Nothammer eine Zugscheibe eingeschlagen“, berichtete Holger Jureczko, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Bremen, gestern auf AZ-Anfrage.

Außerdem sei der Zug komplett vermüllt und durch Tabak verqualmt gewesen. „Das Alkoholverbot im Metronom wurde massenhaft missachtet. Im Zug lagen Hunderte Alkoholflaschen und -dosen herum. In den Gängen bildeten sich Bierlachen und Dutzende ausgetretene Zigarettenkippen waren verstreut“, schildert Jureczko. Über das Ausmaß der Verschmutzungen ist er fassungslos: „Es ist nicht verständlich, dass mehrere hundert Fans einen Zug derart vermüllen können. Dafür gibt es keine Rechtfertigung.“

Doch es blieb nicht allein bei Sachbeschädigungen. Ein Hamburger Fußballfan, der den Beamten als Gewalttäter bereits bekannt ist, attackierte im Metronom einen Bundespolizisten durch eine Kopfnuss. Dabei zog sich sowohl der Beamte als auch der Angreifer Verletzungen zu – beide mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei, die mit etwa 1000 Einsatzkräften von Bund und Ländern beim Nord-Derby präsent war, leitete Ermittlungsverfahren gegen den Fußballrowdy ein.

Auch auf der Hinfahrt von Hamburg nach Bremen ereigneten sich laut Jureczko Ausschreitungen im Zug. „Bei der Einfahrt in den Bremer Hauptbahnhof wurden am Sonnabend gegen 11.24 Uhr pyrotechnische Rauchmittel im Metronom gezündet“, sagt der Pressesprecher. Der Qualm habe sich rasch ausgebreitet, so dass die Feuerwehr den Zug mit Spezialgeräten habe belüften müssen.

Im Bahnhof und am Stadion habe die Trennung der Fangruppen aber sehr gut funktioniert. Das Verbot, pyrotechnische Gegenstände mitzunehmen, sei bis auf besagte Ausnahme befolgt worden, erklärt Jureczko. „Und wir sind sehr froh, dass keine Knallkörper gezündet wurden. Denn die können schwere Hörschäden verursachen.“

Von Bernd Schossadowski

Mehr dazu sowie einige Fotos aus dem Zug finden Sie in der morgigen Dienstagsausgabe der AZ.

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