Schnell-Ladesäulen für Uelzens Kernstadt und die Ortsteile / Bald Aufladen von zu Hause

Chance für den Tourismus

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Bereits jetzt können Elektroautos in Uelzen – wie hier am Hundertwasser-Bahnhof – aufgeladen werden. Zehn neue und schnellere Ladestationen werden derzeit in der Kernstadt und den Ortsteilen aufgestellt.

Uelzen. Als Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt beim Neujahrsempfang davon sprach, Elektromobilität auf die Straßen der Hansestadt bringen zu wollen, klang das für manchen Bürger noch ziemlich weit weg.

Elektroautos, die von der Steckdose zu Hause aus aufgeladen werden, während der Besitzer im Bett liegt und schläft – eine Vision, die in der Uhlenköper-Stadt bald Realität wird, denn Uelzen wolle bei der E-Mobilität vorangehen, kündigte Markwardt an.

Dazu gehört, die Kernstadt sowie die Ortsteile flächendeckend mit E-Ladestationen auszustatten. Zwei Ladestationen von den mycity Stadtwerken gibt es bereits am Hundertwasser-Bahnhof und am Uelzener Badue. Die Ortsteile Holdenstedt, Groß Liedern, Oldenstadt, Kirch- und Westerweyhe sowie Molzen bekommen nun ebenfalls Schnell-Ladestationen. Weitere fünf „Fast Charger“ werden im Stadtgebiet installiert. „Es ist ein Megaprojekt, doch Uelzen ist damit deutschlandweit Vorreiter“, erklärt Helge Schenk von mycity, die in Absprache mit der Stadt die Stationen aufstellen. Denn eine so große Anzahl an E-Ladesäulen sei im ländlichen Raum deutschlandweit einzigartig.

Die erste öffentliche E-Ladestation in Uelzen hat Christian Hoppe bei seinem Blumen-Zentrum Hoppe in der Friedrich-Seeßelberg-Straße bereits 2010 aufgestellt. „Wir wollten mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt er. „Wenn jeder ein bisschen was für den Umweltschutz tut, hätten wir keine Probleme.“

Sven Strube von der Ostfalia-Hochschule Braunschweig-Wolfenbüttel

Die Ladesäulen können auch eine Chance für den Tourismus sein. Denn für Fahrer von Elektroautos, die Uelzen auf dem Weg zu ihrem Fahrziel eigentlich nur streifen, sei das ein Grund, in die Stadt zu kommen und einzukehren, während das Auto an der Station lädt, betont Sven Strube von der Ostfalia-Hochschule Braunschweig-Wolfenbüttel jetzt in einem Vortrag im DRK-Mehrgenerationenzentrum. So könnte die Station am Hundertwasser-Bahnhof Gäste von außerhalb anlocken, die während des Ladevorgangs im Bahnhof einkehren.

Laut dem Experten funktioniert E-Mobilität in einer Stadt wie Uelzen besser als in der Großstadt: „Es gibt hier viele Pendler, die täglich von den Ortsteilen in die Kernstadt oder nach Hamburg, Hannover oder Wolfsburg fahren.“ Bei Fahrten zwischen 50 und 150 Kilometern seien die Vorteile eines E-Autos am größten.

Am komfortabelsten ist das Laden eines E-Autos für den Besitzer, während es zu Hause oder bei der Arbeit steht, weil es da mehrere Stunden lang nicht genutzt wird. Das soll im Landkreis bald möglich sein. „Wir prüfen derzeit Ladesysteme für zu Hause, sogenannte Wallboxen“, bestätigt Franziska Albrecht von mycity. Eine Region wie Uelzen ist laut Strube dafür geeignet, weil die Autos – im Gegensatz zur Großstadt – direkt vor der Haustür geparkt werden können.

Und es gibt in Uelzen bereits Betriebe wie Elektro-Rosin, die eine E-Ladesäule für ihre Mitarbeiter anbieten. „Arbeitgeber müssen ihren Angestellten die Möglichkeit geben, ihre E-Autos am Betrieb aufzuladen“, erklärt Strube.

Auch der öffentliche Personennahverkehr in Uelzen soll in den kommenden Jahren sukzessive auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. Jeden ausgemusterten Diesel-Bus wollen Stadt und Landkreis durch einen E-Bus ersetzen. Dafür werden keine Kosten und Mühen gescheut, denn die Anschaffung eines E-Busses ist trotz Förderung derzeit rund 120 000 Euro teurer als die eines Diesels. „Wir glauben daran, dass sich E-Mobilität in den nächsten Jahren durchsetzt“, sagt Schenk.

Von Sandra Hackenberg

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