Stadt will auf dem Hammerstein-Parkplatz kostenlose Stellplätze für Wohnmobile anbieten

Camping in der Uelzener Innenstadt?

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Thomas Dittmer und seine Frau stehen mit ihrem Wohnmobil schon mal auf dem Hammerstein-Parkplatz Probe. Die Stadt plant nicht nur, die Parkgebühren am Hammerstein-Parkplatz abzuschaffen, sondern auch Stellplätze für Wohnmobile einzurichten.

Uelzen. Parken am Hammersteinplatz bald Wohnmobile? Der Parkplatz soll im kommenden Jahr wieder gebührenfrei werden (AZ berichtete). Darin sind sich Uelzens Politik und Verwaltung weitestgehend einig. Die endgültige Entscheidung fällt heute Abend im Stadtrat.

Gleichzeitig plant die Verwaltung, im hinteren Bereich des Parkplatzes vier Stellplätze für Wohnmobile einzurichten. Dafür müssten 16 der jetzigen Parkplätze weichen. Und auch, wenn die Stellplätze gebührenfrei und zeitlich unbegrenzt genutzt werden sollen: „Die Stellplätze sollen als Angebot für einzelne Übernachtungen verstanden werden, für späte Besuche der Innenstadt oder des Theaters“, erklärt Nicole Schwarz von der Stadt Uelzen.

Darum sollen auch erst einmal keine Versorgungssäulen für Strom und Wasser oder Entsorgungsmöglichkeiten für die Chemietoiletten der Wohnmobile installiert werden. „Für längere Aufenthalte sollen andere attraktivere Standorte, wie zum Beispiel der Platz am Sportboothafen, genutzt werden.“ Erst einmal wolle man testen, wie das innerstädtische Parkangebot von Wohnmobil-Touristen angenommen wird.

Sollten die Parkgebühren am Hammersteinplatz entfallen, wolle die Verwaltung parallel mit der Änderung der Schilder auch die Markierungen für die Wohnmobil-Stellplätze anbringen. „Dies kann sich witterungsbedingt verzögern, wäre aber nach Inkrafttreten der Gebührensatzung Mitte bis Ende April möglich.“ Für die Umwidmung würden nur minimale Kosten anfallen.

Skeptisch zeigt sich Thomas Dittmer aus Suderburg, der mit seinem Wohnmobil europaweit unterwegs ist: „Kostenfreie Plätze anzubieten, zieht leider nach sich, dass dann unter Umständen wochenlang die Gleichen da stehen.“ Und das sei ja eigentlich nicht gewünscht.

Hinzu kommt, dass dem städtischen Haushalt mit dem Wegfall der Parkgebühren am Hammerstein-Kreisel jährliche Einnahmen in Höhe von rund 70 000 Euro fehlen. Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull machte jüngst im Bauausschuss den Vorschlag, einen Teil der wegfallenden Einnahmen zu kompensieren, indem die Parkgebühren in der Innenstadt um zehn Cent auf 1,40 Euro erhöht werden.

Das ist laut Thomas Dittmer der falsche Ansatz, der vier Stellplätze für viel zu wenig hält: „Warum nicht auf dem Hammersteinplatz 20 Plätze für Wohnmobile einrichten?“ Der Platz sei vorhanden. „Dafür kann man pro Wohnmobil ohne Probleme zehn Euro für 24 Stunden verlangen.“ Denn Uelzen sei wegen des Hundertwasser-Bahnhofs ein beliebtes Ziel für Touristen, die genau deshalb die Stadt ansteuerten. Darum sei der Stellplatz am Jachthafen – nicht nur an den Wochenenden im Sommer – überlastet.

Der leidenschaftliche Camper ist sich sicher: „Das wäre attraktiv für Touristen, die mit einem Wohnmobil citynah übernachten können, und es könnten Einnahmen generiert werden, mit denen man sicher die Hälfte des Ausfalls wieder reinholt.“

Von Sandra Hackenberg

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