Neue Telematik-Technologie liefert in Echtzeit Daten zum Fahrverhalten

Die Busse in Uelzen lernen sprechen

Alexander Siems, Niederlassungsleiter des RBB-Standortes Uelzen, und Michael Mützel stellten die moderne Telematik-Technik in den Bussen vor, die dem Fahrer dabei helfen sollen, spritsparend unterwegs zu sein.
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Alexander Siems, Niederlassungsleiter des RBB-Standortes Uelzen, und Michael Mützel stellten die moderne Telematik-Technik in den Bussen vor, die dem Fahrer dabei helfen sollen, spritsparend unterwegs zu sein.

Uelzen – Die orangefarbene, kleine Elektro-Box sieht von Außen eher unscheinbar aus. Doch in ihrem Inneren schlummert die modernste Technik. Ihr Name: Telematik-Assistenzsystem.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich eine zukunftsfähige Technologie, die der Busflotte der Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB) dabei helfen soll, Diesel und CO2 einzusparen.

Informationen zum Fahrverhalten

Busfahrer David Kalb fährt eine Runde um den Block und demonstriert, wie das System funktioniert. Bremst er zu oft, fährt er zu ruckartig durch die Kurven oder nutzt er einen abschüssigen Streckenabschnitt nicht dazu, um den Bus ausrollen zu lassen, bekommt er in Echtzeit eine Meldung auf das Display. Die Umrüstung begann vor drei Jahren, nun rollen auch im Landkreis Uelzen die Busse mit der Telematik-Technologie, die in Flugzeugen oder Zügen seit Jahrzehnten im Einsatz sind.

„Das Ziel ist es, pro Tag zwei Liter Diesel einzusparen“, erklärt Michael Mützel, zuständig für Schulung und Training bei der RBB.

Auf dem System werden Daten wie Leerlauf, Brems- und Beschleunigungsverhalten oder Ausrollen gespeichert und in Echtzeit an den Fahrer weitergegeben. Aber auch der Batterielade- und Kilometerstand, das Kühlwassser oder die Temperaturdaten werden angezeigt. „Hierbei geht es darum, eine präventive Instandhaltung zu betreiben, um Wartungsprobleme frühzeitig erkennen zu können“, so Mützel. So sollen Ausfallzeiten vermieden werden.

Diesel und CO2 sollen eingespart werden

Das Telematik-Assistenzsystem sorgt also dafür, dass Busse künftig umweltschonender unterwegs sind, indem CO2 und Diesel eingespart wird. „Es war am Anfang schwierig, bei den Fahrern um Akzeptanz zu werben“, gibt Mützel zu. Doch die Einsparungen und die Ergebnisse zum Fahrverhalten hätten für sich gesprochen und die Fahrer überzeugt. Denn vor allem, wenn diese unter Zeitdruck stünden und der Stresslevel steige, neigten die Fahrer dazu, eher unruhig zu fahren. Hier könne das Feedbacksystem im Bus helfen.

„Die Fahrer können so besser ihre typischen Verhaltensweisen hinter dem Steuer erkennen“, sagt Mützel. Ein Beispiel: Rollt der Fahrer eine längere Strecke aus, verbraucht der Bus auf diesem Stück keinen Kraftstoff.

Seit Ende 2017 hat die Deutsche Bahn rund 18 200 Tonnen CO2 und rund sieben Millionen Liter Diesel eingespart – mit dieser Menge könnte ein Diesel-Pkw über 100 Millionen Kilometer zurücklegen – 130 Mal um Mond und zurück. Allein in diesem Jahr hat Telematik den Verbrauch der Busse bereits um 2,9 Millionen Liter Diesel und rund 7 500 Tonnen CO2 gesenkt.

„Telematik schafft eine optimale Verbindung von Technik und Fahrverhalten. Ein wichtiger Schritt, um die Umwelt zu schonen. VON NICOLE LÜTKE

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