Landkreis Uelzen lässt ÖPNV-Konzept überarbeiten / Neuregelung soll ab Sommer 2013 greifen

Busse bis an die Peripherie

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Uelzen/Landkreis. Vor allem in den Randbereichen gibt es Nachbesserungsbedarf: Zurzeit arbeitet die Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen GmbH (VNO) im Auftrag des Landkreises Uelzen an einer Neuordung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Kreisgebiet.

Neben den Orten an der Peripherie sollen auch Orte von dem neuen Konzept profitieren, die bislang nur über die Schülerbeförderung an das ÖPNV-Netz angebunden sind, aber auch Verbindungen innerhalb der neuen Samtgemeinden wie Bevensen-Ebstorf und Aue. Es gebe auch „diverse Einzelorte mit schlechter Anbindung“ und „fehlende Verbindungen in den Abendstunden und an den Wochenenden“, bringt Landkreis-Sprecher Martin Theine das komplexe Bedarfspaket auf einen Nenner.

Der Uelzener Kreisausschuss hatte im Juni 2010 beschlossen, die ÖPNV-Angebote bedarfsorientiert überarbeiten zu lassen. Und so hat die VNO inzwischen eine Bestandsanalyse durchgeführt. Für den südlichen Landkreis sind die Planungen sogar schon abgeschlossen. Zurzeit, so Theine, werde hier die Umsetzbarkeit aus Sicht der Verkehrsunternehmen geprüft. Danach wird die Planung für den restlichen Landkreis in Angriff genommen.

„Die Planungsergebnisse werden dann auf politischer Ebene beraten und gegebenenfalls beschlossen werden“, erläutert Theine das weitere Vorgehen. „Eine Umsetzung ist zum 1. August 2013 geplant. Hätte die Politik sich für eine Umsetzung in zwei Abschnitten ausgesprochen, wäre die Umsetzung im Südkreis bereits zum 1. Dezember 2012 erfolgt.“ Politischer Wille aber sei, so erklärt Landrat Dr. Heiko Blume im AZ-Gespräch, ein ÖPNV-Konzept „aus einem Guss“.

Das derzeit angebotene Linienbus-Netz im Landkreis Uelzen, so hat die VNO festgestellt, ist stark auf das Mittelzentrum Uelzen ausgerichtet. Verbindungen innerhalb der Samtgemeinden zwischen den Orten und ihrem jeweiligen Grundzentrum seien zum Teil nur unterdurchschnittlich. Mit einer Überplanung des Netzes, so prognostiziert die VNO, könnten diese Probleme aber behoben werden.

Auch die Schülerbeförderung soll, soweit möglich, in das neue Konzept eingebunden werden. Anrufsammeltaxis (AST) zieht die VNO als zusätzliches Angebot ebenfalls in Erwägung und zieht sie unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und Bequemlichkeit auch Rufbussen vor. So genannte Bürgerbusse empfiehlt die Verkehrsgesellschaft lediglich im Ausnahmefall und nur dort, wo kein Taxiunternehmen vor Ort ist, das einen AST-Verkehr betreiben möchte, wo andere Taxiunternehmen zu weit entfernt sind oder der Einsatz von Rufbussen zu unwirtschaftlich ist.

Der Landkreis Uelzen, so schlägt die VNO vor, müsste bis zu 100 000 Euro jährlich für einen verbesserten ÖPNV zur Verfügung stellen; ein mögliches Engagement von Samtgemeinden und Gemeinden für lokale ÖPNV-Verbesserungen solle ebenfalls ausgelotet werden.

Kürzlich hat die VNO dem Wirtschaftsförderungsausschuss des Landkreises den aktuellen Planungsstand vorgestellt. So wurde mit der Optimierung des Liniennetzes in den Samtgemeinden Aue und Suderburg begonnen und geprüft, ob die Entwürfe der neuen Fahrpläne mit den Schulanfangs- und Schulendzeiten kompatibel sind. Die überarbeiteten Fahrplan-Entwürfe wurden nunmehr an die RBB (Regional Bus Braunschweig) gesandt; und die wiederum prüft, ob die Entwürfe – unter anderem im Hinblick auf Dienstpläne – umsetzbar sind.

Von Ines Bräutigam

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