Kundgebungen rund um Legida fordern Uelzener Einsatzkräfte / Gewerkschaft beklagt Personalmangel

Bundespolizisten sichern Demo in Leipzig

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Mehrere zehntausend Demonstranten gingen gestern in Leipzig auf die Straßen – 4000 Polizisten, darunter zwei Hundertschaften der Bundespolizei vom Uelzener Hainberg, waren im Einsatz.

ap/ib Uelzen/Leipzig. Zwei Hundertschaften der Uelzener Bundespolizeiabteilung waren gestern bei der Massenkundgebung in Leipzig im Einsatz.

Dort gingen am Abend mehrere Zehntausend Demonstranten und Gegendemonstranten des islam-kritischen Pegida-Ablegers Legida auf die Straße. Die am Hainberg stationierten Kräfte unterstützten vor Ort die Landespolizei im Freistaat Sachsen und ihre Kollegen der Bundespolizeiabteilung Bad Düben.

Bereits am frühen Nachmittag hielten sich Ino Schönau, Leiter der Befehlsstelle der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft, und seine Kollegen aus Uelzen auf dem Bayerischen Platz im Leipziger Stadtzentrum bereit, um bei Ausschreitungen für Sicherheit zu sorgen. „Als Einsatzkräfte stellen wir uns auf alle Situationen ein“, sagt Schönau gestern gegen 14 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sei noch „alles ruhig“ gewesen.

Sven Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender der Bundespolizei-Gewerkschaft Uelzen, geht aufgrund der Pegida-Demonstrationen von einer zusätzlichen Arbeitsbelastung für die Einsatzkräfte der Bundespolizei aus. Vor dem Hintergrund einer ohnehin schon angespannten Personalsituation mahnt der Gewerkschaftler in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel dringend Verbesserungen an. Die Personalnot in der Direktion der Bundesbereitschaftspolizei kenne „keine Grenzen“. So verfüge manche Einsatzhundertschaft über lediglich ein Drittel der tatsächlichen Soll-Stärke, so Hoffmann.

Die Polizei werde auf Verschleiß gefahren, klagte zuletzt auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Sven Hoffmann schlägt in dieselbe Kerbe: Die Kräfte der Bundesbereitschaftspolizei würden ihre Familien kaum noch sehen.

„In der Woche gehen die Kinder zur Schule und der Ehepartner, die Ehepartnerin zur Arbeit. An den Wochenenden stehen für die Beschäftigten der Bundesbereitschaftspolizei die nächsten Einsätze im Zusammenhang mit Demonstrationen und Fußballspielen an“, sagt er.

Indes glich die Leipziger Innenstadt gestern Abend einer Festung: Schon am Nachmittag standen dort Absperrgitter bereit, Hubschrauber kreisten immer wieder über den Häusern. Rund 4000 Polizisten aus ganz Deutschland waren im Einsatz, darunter etwa 1000 Bundespolizisten.

Und in all dem zog Pegida-Chef Lutz Bachmann gestern aus den gegen ihn laufenden Ermittlungen wegen Volksverhetzung seine Konsequenzen: Am Abend gab er seinen Rücktritt bekannt.

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