Gewappnet für Ausschreitungen

Bundespolizei übt Einsatz von Wasserwerfern

Die Bundespolizei übt den Einsatz von Wasserwerfern

UELZEN - Training für Einsätze wie im Hamburger Schanzenviertel: Die Uelzener Bundespolizei hat am Mittwoch mit der Ratzeburger Abteilung den Einsatz von Wasserwerfern geübt. Auf dem Gelände der Schlieffenkaserne in Lüneburg übernahmen Uelzener Bundespolizeibeamte die Rolle von Demonstranten, die Barrikaden bauten und anzündeten.

Mit Wasserwerfern gingen deren Ratzeburger Kollegen dagegen vor, die ihre Vorgehensweise im Rahmen eines Lehrgangs miteinander abstimmten.

Die Abläufe eines solchen Einsatzes mit insgesamt rund 270 Mitarbeitern sollen die Beamten für Vorfälle wie im vergangenen Dezember im Hamburger Schanzenviertel oder im Februar in Dresden trainieren, berichtet Wolfgang Kühl, Leiter der Bundespolizeiabteilung am Hainberg.

„Hamburg ist nicht weit weg von Uelzen“, erklärt er. Wenn es dort zu Ausschreitungen komme, seien deshalb oft Einsatzkräfte aus Uelzen vor Ort.

Am Mittwoch wurde für die Übung eine Lage inszeniert: Anhänger einer rechtsextremen Gruppe haben ein Gelände besetzt, auf dem ein Wohnheim für Asylbewerber errichtet werden soll. An einer Demonstration gegen dieses Camp der Rechtsextremen beteiligen sich auch Autonome – die Situation eskaliert.

Rechtsextreme werfen mit Steinen und verletzen Demonstranten und Einsatzkräfte – bei der Übung flogen statt der Steine neongelbe Tennisbälle durch die Luft. Eingesetzt wurden Wasserwerfer des neuesten Prototyps aus Lübeck, deren Tanks jeweils 10 000 Liter Wasser fassen. Mit diesen Fahrzeugen werden Barrikaden gezielt durch unterschiedliche Stärken der Wasserstrahler zerstört. Die Bundespolizei verfügt bislang über einen Wasserwerfer dieser Standards, weitere sind bei Landespolizeien angesiedelt.

Zu dieser Übung war auch der Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums, Franz Palm, aus Potsdam angereist. - Von Diane Baatani

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