Kreis rechnet mit Unterstützung für die zehn Millionen Euro Ausbau-Kosten

Bund zahlt für Breitband

Uelzen. Dass der Landkreis flächendeckend schnelles Internet bekommen soll, verkündeten Kreisverwaltung und das Lüneburger Telekommunikations-Unternehmen LüneCom bereits Mitte dieses Jahres. Kreis und LüneCom hatten im Sommer eine Partnerschaft vereinbart.

Gut möglich, dass vom Bund demnächst Fördergelder zur Umsetzung des ehrgeizigen Projektes in den Landkreis fließen. Beim Kreis rechnet man mit Investitionskosten von mehr als zehn Millionen Euro.

Das Bundeskabinett hat beschlossen, den Breitband-Ausbau in der Republik mit 2,7 Milliarden Euro zu fördern. Für das Land erwartet Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) 200 Millionen Euro. Einzelprojekte wie im Landkreis Uelzen können mit bis zu 15 Millionen Euro alimentiert werden.

Im Kreishaus ist man zuversichtlich, dass auch für Uelzen etwas abfallen wird. „Die Förderrichtlinien samt Anträge werden vom Bund auf einer Plattform ins Internet gestellt“, sagt Kreissprecher Marcus Christ. Wann das sein wird, wisse er nicht. Aus dem Regierungsumfeld hieß es, dass erste Bewerbungsaufrufe noch Anfang November rausgehen sollen. Christ geht davon aus, dass der Landkreis die Vorgaben des Förderprogramms erfülle.

Ziel der Ausbauoffensive ist es, sogenannte „weiße Flecken“ auf dem Lande zu schließen. Rund ein Drittel der Haushalte und Betriebe im Landkreis sind derzeit mit einer Internet-Geschwindigkeit von unter 30 Megabit (Mbit) pro Sekunde ausgestattet.

Das gilt als unterversorgt und somit als „weißer Fleck“. Ziel der Bundesregierung ist es, in Deutschland bis 2018 allen Haushalten eine Geschwindigkeit von 50 Mbit zu bieten.

Bevor die Menschen im Landkreis rasend schnell digitale Daten übertragen können, müssen LüneCom und der Kreis noch einen Pachtvertrag abschließen. Das Unternehmen aus Lüneburg soll das vom Kreis ausgebaute Netz für zunächst 25 Jahre übernehmen. Die Ausbaukosten, die der Kreis vorfinanziert (vielleicht mit eben einer Förderung des Bundes), sollen durch den Pachtzins von LüneCom wieder hereinkommen.

Bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres will der Kreis in die Kundenakquise einsteigen, kündigte Christ an. Für den Anschluss eines Teilgebietes ans Glasfasernetz müssen mindestens 60 Prozent der Haushalte beim Kreis beziehungsweise LüneCom unterschreiben. Alles andere sei für den Landkreis mit Blick auf die Ausbaukosten nicht darstellbar, sagte Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) bereits im Sommer. Kreissprecher Marcus Christ geht davon aus, dass der Aufbau des Breitbandnetzes Mitte kommenden Jahres beginnen werde.

Von Jens Schopp

Rubriklistenbild: © dpa

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