Polizei bestellt Mitglieder ein und zeigt rechtliche Grenzen auf / Gruppe will sich neu definieren

Bürgerwehr Uelzen benennt sich um

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Bislang präsentiert sich die Gruppe noch als „Bürgerwehr Uelzen“ – wie auf dieser Facebook-Seite.

nre Uelzen. Nach dem Aufbau einer Bürgerwehr in Uelzen hat die Polizei gestern Mitglieder der Gruppe einbestellt. Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, sagt auf AZ-Nachfrage, dass es eine sogenannte Gefährdungsansprache gegeben habe.

Bei diesem Gespräch seien den Mitgliedern der Bürgerwehr ihre rechtlichen Grenzen aufgezeigt worden. Im Ergebnis hätten die Mitglieder Veränderungen angekündigt – unter anderem soll die Gruppe künftig nicht mehr Bürgerwehr heißen.

Via dem sozialen Netzwerk Facebook hatte einer der Begründer erklärt, dass nach den Übergriffen in Köln und einer angeblichen Vergewaltigung in Berlin durch Flüchtlinge die Sicherheit für Frauen und Kinder auf den Straßen gewährleistet werden soll. „Es wurde bei dem Gespräch dargestellt, dass dies nicht Aufgabe einer Gruppierung ist“, so Munstermann. Laut Gesetz dürfen Bürger lediglich Personen festhalten, wenn diese bei einer Straftat erwischt wurden. Zu körperlicher Gewalt darf es nicht kommen.

Seitens der Polizei sei auch Anstoß an dem militärischen Sprachjargon genommen worden, sagt Munstermann. Die Mitglieder hätten daraufhin erklärt, sich einen anderen Namen geben zu wollen. Alexander Penz, der nun mit der Pressearbeit bei der Bürgerwehr beauftragt wurde, bestätigt gestern Nachmittag, dass es eine Umbenennung geben soll. Auch werde in den nächsten Tagen darüber gesprochen, wie sich die Gruppe nach dem Gespräch definiere. In ihrer jetzigen Form erfahre sie Zuspruch als auch Ablehnung, so Penz. Unter anderem gründete sich bei Facebook eine Gruppe „Uelzen sagt NEIN zu Bürgerwehren“.

Am vergangenen Wochenende sind Gruppen-Mitglieder bei Nacht durch Uelzen gelaufen. Nicht zugegen waren sie bei einem mutmaßlichen Fall von sexueller Nötigung Sonntagfrüh an der Dieterichsstraße. Zwei Algerier sollen einer Frau zwischen die Beine gegriffen haben (AZ berichtete). Bürgerwehr-Sprecher Penz erklärt, den Mitgliedern seien bei ihren Spaziergängen keine Straftaten aufgefallen. Und Penz im AZ-Gespräch weiter: Die Polizei leiste „ausgezeichnete Arbeit.“

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