Fensteröffnung am Adventskalender: Jürgen Markwardt über Hochprozentiges / Dalia Mostafa Amer Farghaly schildert Festtage in Ägypten

Des Bürgermeisters Tante rettet Weihnachten

+
Am Sonnabend öffneten die Engel das zweite Türchen des Adventskalenders. Das Bild zeigt Aschenputtels Schuh.

hu/bs Uelzen. Da sowohl Almke Matzker-Steiner als auch Anke Steffen verhindert waren, wurde Bürgermeister Jürgen Markwardt am Sonnabend beim Öffnen des zweiten Fensters des Uelzener BBK-Adventskalenders – das Bild zeigt Aschenputtels Schuh – zum Moderator und Redner in einer Person.

Als Dirk Schulz auf seiner Trompete „Süßer die Glocken nie klingen“ spielte, stimmte der St.-Petri-Kirchenchor auf der Bühne gegenüber dem alten Rathaus mit ein. Dort war die Vorweihnachtsstimmung unter den zahlreich erschienenen Zuschauern auf ihrem Höhepunkt.

Als der St.-Petri-Kirchenchor am Sonnabend zu singen begann, stimmten viele Zuschauer mit ein.
Jürgen Markwardt

Um Stimmung ging es auch bei der vom Bürgermeister vorgetragenen Geschichte vom „besonderen Weihnachtspunsch“ aus der eigenen Kindheit in den 70er Jahren. Selbige war nämlich überhaupt nicht gut am Weihnachtsabend, die ganze Familie hatte schlechte Laune. Wäre da nicht Tante Walli gewesen. Sie rauchte wie ein Schlot, liebte Klosterfrau-Melissengeist und hasste Sport. Und da ihr das Punschglas in der Größe einer Baby-Badewanne noch nicht voll genug erschien, füllte sie es kurz entschlossen mit mehreren Flaschen „GaBiKo“ – ganz billigem Korn – auf.

Bereits nach dem Genuss des ersten Glases ging ein Ruck durch die Familie und der zunächst trostlose Abend verwandelte sich, bedingt durch den hochprozentigsten Punsch aller Zeiten, in ein ganz besonderes Weihnachtsfest mit viel Spaß und Tanz. „Nun möchte ich bestimmt nicht zum Genuss von Alkohol auffordern“, sagte Markwardt, „aber es gibt eben Momente im Leben, an denen man einfach mal loslassen und feiern sollte“.

Bei der gestrigen Öffnung des dritten Fensters wurde das Bild „Die wilden Schwäne enthüllt.“ 
Dalia Mostafa Amer Farghaly

Um ein ganz anderes Thema ging es gestern bei der Öffnung des dritten Fensters – zu sehen war das Märchenbild „Die wilden Schwäne“. Anschließend erzählte die Ägypterin Dalia Mostafa Amer Farghaly, die seit elf Jahren in Deutschland lebt und aktuell als Dozentin an der Lüneburger Leuphana-Universität arbeitet, wie in ihrer Heimat Weihnachten gefeiert wird.

Zwar ist Ägypten ein überwiegend muslimisches Land, dort leben aber etwa zehn Millionen koptische Christen. Sie feiern Heiligabend erst am 6. Januar. Bereits am 25. Dezember beginnen sie zu fasten. „Sie essen dann keine Produkte, die von Tieren stammen“, berichtete die Rednerin.

Am Abend des 6. Januar gehen die Kopten in die Weihnachtsmesse, danach ist großes Fastenbrechen, vor allem mit Lammfleisch-Gerichten, angesagt. Die christlichen Kinder in Ägypten bekommen von ihren Eltern zu Weihnachten neue Kleidung geschenkt.

Weihnachtslieder, aber auch Songs über Matrosen und das Meer bot gestern der Shantychor „Die Jeetzelstaker“ aus Hitzacker.

Dalia Mostafa Amer Farghaly selbst feiert mit ihre Familie nicht Weihnachten, denn sie ist Muslimin. Aber sie wünschte allen Zuschauern am alten Rathaus ein frohes Weihnachtsfest auf Arabisch. „Ich hoffe, dass der Frieden sich in der Welt durchsetzen wird“, sagte sie. Umrahmt wurde ihre Erzählung von Liedern des Shantychores „Die Jeetzelstaker“ aus Hitzacker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare