Bürger erarbeiteten konkrete Maßnahmen für Projekt, das Uelzen eine bessere CO2-Bilanz beschert

Fahrradkonzept für besseres Klima

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Bevor die Uelzener Bürger am Montagabend in engagierte Diskussionen zum Thema Klimaschutz einstiegen (links), konnten sie die zuvor erarbeiteten Maßnahmen in verschiedenen Themenfeldern per rotem Klebepunkt Prioritäten zuweisen (rechts).

ib Uelzen. Eine Blockheizkraft-Offensive für Ein- und Mehrfamilienhäuser, ein Fahrradkonzept, ein Klimaschutz-Lotse beziehungsweise -Wegweiser und ein Energiepfad an der Woltersburger Mühle – dies sind Maßnahmen, die die Uelzener im Rahmen eines Klimaschutz-Konzeptes für die Stadt umgesetzt haben wollen, und zwar kurzfristig.

Knapp 30 Bürger hatten sich am Montagabend zur ersten von insgesamt vier Arbeitsgruppensitzungen im Uelzener Ratssaal zusammengefunden, um aus den ersten Ideen, die in einer Klimaschutz-Werkstatt im November vergangenen Jahres zusammengetragen wurden, konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

Christoph Lahner und Anna-Sophie Wurr vom Büro KoRiS moderierten die Diskussionsrunden, hielten Vorschläge fest, strukturierten den gesamten Arbeitsprozess.

Unter Anleitung von Anna-Sophie Wurr und Christoph Lahner vom Hannoveraner Büro KoRiS für Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung wurde in vier Themenfeldern gearbeitet: Natur- und Verbraucherverhalten, Mobilität und Verkehrsplanung, Erneuerbare Energien und Kraftwärmekopplung, Siedlungsentwicklung und Wohngebäude. Ein fünftes, Wirtschafts- und Dienstleistungseinrichtungen, wird in einer späteren Arbeitsgruppensitzung mit Unternehmervertretern erörtert werden. In der Runde der Bürger am Montagabend sorgte vor allem das Thema Fahrradkonzept für angeregte Diskussionen. Der desolate Zustand vieler Radwege wurde moniert, eine fehlende Radverbindung von Ost nach West durch die Stadt, die problematische Situation an Ring- und Turmstraße sowie ein Maßregeln der Radler durch diverse Verbotsschilder wurde kritisiert. „Fahrradfahrer nimmt man in Uelzen nicht ernst“, fasste es ein Bürger zusammen. Allerdings: Auch das Verhalten vieler Radfahrer wurde gerügt – weswegen in das Projekt Fahrradkonzept unbedingt auch die Polizei eingebunden werden sollte, waren sich die Diskutierenden einig.

Um auch die private Nutzung von Blockheizkraftwerken (BHKW) – also motorenbetriebene Anlagen zur Gewinnung elektrischer Energie und Wärme – in Uelzen voran zu bringen, sollte man Energieversorger mit ins Boot holen, über dezentrale Energiespeicher nachdenken und Gebiete wie den Königsberg, Gewerbeebtriebe in der Innenstadt und auch neue Gewerbegebiete als Zielobjekte dafür in den Fokus nehmen.

Ein Altbau- und Solarkataster für die Stadt Uelzen, eine Photovoltaik-Offensive und die Vermittlung von Möglichkeiten des ökologischen Bauens sind darüber hinaus weitere Themen, zu denen das Büro KoRiS jetzt für das weitere Vorgehen sogenannte Maßnahmen-Steckbriefe erstellen wird.

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