Bühne frei für die Handwerker

Neue Technik und mehr: Sanierung des Uelzener Theaters schreitet voran

Nichts erinnert daran, dass hier einmal Theater gespielt wurde. Die alte Bühne wurde komplett abgebaut, und auch die Decken und Wände liegen offen – bereit für die Installation der neuen Bühnentechnik.
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Nichts erinnert daran, dass hier einmal Theater gespielt wurde. Die alte Bühne wurde komplett abgebaut, und auch die Decken und Wände liegen offen – bereit für die Installation der neuen Bühnentechnik.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Es ist dunkel. Kabel und Schläuche liegen auf dem Boden und hängen von der Decke. Laut dringen die Geräusche vom Hämmern und Sägen durch das Gebäude. Wo einst Künstler auf der Bühne standen, gehen jetzt Handwerker ihrer Arbeit nach.

Uelzen – Die Sanierung des Theaters an der Ilmenau ist in vollem Gange.

Von der einstigen großen Bühne ist bis auf einen großen Stapel Bretter nichts mehr übrig. Diese sind geprägt von unzähligen Löchern – Überbleibsel von Requisiten, die über die Jahre in die Bühne geschraubt wurden. In der Mitte des Raums steht jetzt ein großes Gerüst, von dem aus die Arbeiter ab März oder April die neue Bühnentechnik an Decke und Wänden installieren. Musste zum Beispiel der Bühnenvorhang früher noch per Hand bewegt werden, soll dann alles elektrisch funktionieren.

Im Keller des Theaters wurde bereits eine Öffnung in die knapp 30 Zentimeter dicke Betonwand gesägt. Dadurch kann die dahinter befindliche höhenverstellbare Vorbühne als eine Art Aufzug genutzt werden, um etwa Requisiten auf die Bühne zu bringen. Auch die hydraulische Hebetechnik wird durch elektrische ersetzt.

So viel Elektronik braucht eine entsprechende Leistung: „Es wird extra für das Theater eine neue Trafostation installiert“, erklärt Eckhardt Meier vom Gebäudemanagement der Stadt Uelzen. Diese liefere ausschließlich Strom für das Theater.

Auch die Bretter der Vorbühne werden noch ersetzt. Dies geschieht aber erst, wenn die bisherige Betonbegrenzung im Publikumssaal abgetragen und durch eine mobile ersetzt wurde.

Pünktlich zur Spielzeit 2021/22 soll das Theater wieder zur Verfügung stehen. „Wir hinken ein bisschen hinterher“, sagt Eckhardt Meier, doch der Termin sei noch zu halten. Die Beseitigung von Schadstoffen habe etwa für Verzögerung gesorgt, weil Asbest in der Dachabdichtung gefunden wurde. Ursprünglich war geplant, das neue Dach auf den alten Bestand aufzubauen, doch nun müsse die gesamte Dachhaut abgebaut werden. Probleme bereiteten auch die Baustoffe – der verwendete Stahl im Gebäude sei nicht zu schweißen, sondern müsse verschraubt werden. „Das sind so Sachen, mit denen man bei einem alten Gebäude rechnen muss“, sagt Meier. Der schwierigste Punkt sei jedoch die Frage nach der Stromversorgung gewesen. Erbaut wurde das Theater laut Meier Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre.

Parallel zur neuen Bühnentechnik soll auch mit dem Bau der neuen Außenfassade begonnen werden. „Damit müssen wir anfangen, denn sonst wird es wirklich eng“, sagt Meier. Die Sanierung kostet insgesamt rund 6,5 Millionen Euro.

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