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Brückenbau in Uelzen: Bahn geht von weiteren Kampfmittel-Sondierungen aus

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Von: Lars Becker

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Die Bahn geht davon aus, dass es in Uelzen weitere Kampfmittel-Sondierungen geben wird. Sollte dem so sein, könnte es auch tatsächlich zu Evakuierungen und Kampfmittelräumungen kommen.
Die Bahn geht davon aus, dass es in Uelzen weitere Kampfmittel-Sondierungen geben wird. Sollte dem so sein, könnte es auch tatsächlich zu Evakuierungen und Kampfmittelräumungen kommen. © Swen Pförtner / dpa

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass im Zuge der Erneuerung der beiden Eisenbahnbrücke über Bahnhof- und Sternstraße in Uelzen weitere Kampfmittel-Verdachtspunkte überprüft werden müssen. Das geht aus einer Antwort des Konzern auf eine AZ-Anfrage hervor.

Uelzen – Nachdem die Untersuchung von drei Kampfmittel-Verdachtspunkten im Böschungs- und Gleisbereich des Hundertwasser-Bahnhofs am vergangenen Freitag und Sonnabend negativ verlaufen ist und eine groß angelegte Evakuierung im Radius von 500 oder gar 1000 Meter zum Glück nicht erforderlich war, drängt sich die Frage auf: Ist bereits der komplette Bereich, der für die Erneuerung der beiden Brücken Bahnhofstraße und Sternstraße von Belang ist, nach Kampfmittel-Verdachtspunkten abgesucht worden oder könnte es noch weitere neue geben?

Die Antwort hat die Deutsche Bahn gestern auf die entsprechende AZ-Anfrage hin geliefert. Sie lautet: Es wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit – wann konkret auch immer – weitere Untersuchungen von Stellen geben, an denen in einigen Metern Tiefe Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern könnten.

Denn im Zusammenhang mit dem Neubau der Brücke Bahnhofstraße sind die entsprechenden Untersuchungen noch nicht beendet worden – und für die unmittelbar benachbarte Brücke Sternstraße haben sie noch gar nicht begonnen.

Sondierungen für Brücke Sternstraße beginnen „zeitnah“

Ein Bahnsprecherin erklärte dazu am Dienstag: „Wir haben den größeren Teil der vorgesehenen Bohrpunkte für die Bauarbeiten der Eisenbahnüberführung Bahnhofstraße bereits erkundet. Im Laufe der Ausführungsplanung der beteiligten Bauunternehmen ist mit weiteren Anforderungen zu Sondierungspunkten zu rechnen.“

Weiter heißt es zum konkreten Prozedere vor Ort: „Die Sondierungspunkte werden auf Basis einer Kampfmittelrisikoüberprüfung geplant, die aus den Luftbildauswertungen folgt. Baubegleitend werden auch die Arbeiten im Straßenbereich zur Umverlegung der Leitungskreuzungen mit einer berechtigten Person begleitet. Wir planen, zeitnah auch mit der Kampfmittelsondierungen für die Nachbarbrücke Eisenbahnüberführung Sternstraße zu beginnen.“

„Evakuierungen sind nicht ausgeschlossen“

Nach Angaben der Bahnsprecherin aus dem zuständigen Regionalbüro Hamburg laufen die Überprüfungen in der Hansestadt Uelzen bereits seit einigen Monaten. Abschließend heißt es mit Blick auf mögliche Folgen für die Bürger, die Verwaltung sowie Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen: „Evakuierungen sind nicht ausgeschlossen, bislang aber nicht absehbar.“

1944 und 1945 war Uelzen fünf Mal Luftangriffen ausgesetzt gewesen, deren Hauptziel der Bahnhof war.

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