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Brücken-Hoffnung für Celler Straße: Bahnübergang soll umgebaut werden

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Von: Lars Becker

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Der Bahnübergang Celler Straße bleibt ein Zankapfel. Die Stadt hat jetzt eine höhenfreie Kreuzungsanlage gefordert – „maximal unbefriedigend“ nennt das der zuständige Bahn-Projektleiter Andreas Hartwig.
Der Bahnübergang Celler Straße bleibt ein Zankapfel. Die Stadt hat jetzt eine höhenfreie Kreuzungsanlage gefordert – „maximal unbefriedigend“ nennt das der zuständige Bahn-Projektleiter Andreas Hartwig. © Lars Becker

Folgt die Deutsche Bahn der Argumentation der Hansestadt Uelzen und baut tatsächlich dort eine Brücke über die Gleise der Amerikalinie, wo heute der Bahnübergang Celler Straße liegt? Die Stadt hat das nun in einem Schreiben erbeten.

Uelzen-Veerßen – Die Hansestadt Uelzen hat der Deutschen Bahn AG am 11. August schriftlich mitgeteilt, dass sie den sicheren Betrieb und die Verkehrsabwicklung am Bahnübergang Celler Straße zwischen Veerßen und Holdenstedt im Sinne des Paragrafen 3 des Gesetzes über Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen (EkrG) nicht mehr gewährleistet sieht.

Gefordert wird deshalb, dass im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Amerikalinie Ost von Uelzen über Stendal und Magdeburg bis Halle, der 2025 beginnen und 2029 abgeschlossen sein soll, eine Brücke gebaut wird.

Nur sechs der 61 Stühle beim Infoabend besetzt

Bei der Informationsveranstaltung der DB Netz AG am Dienstagabend im Hotel Deutsche Eiche in Veerßen spielte der Bahnübergang indes keine Rolle. Projektleiter Andreas Hartwig stellte – wie zuvor schon in Soltendieck und Wieren sowie am Mittwochabend in Stederdorf – die Ausbaupläne und Maßnahmen der Bahn zum Schutz der Anlieger vor Lärm und Erschütterungen vor. Von 61 aufgestellten Stühlen waren gerade einmal sechs besetzt.

Nach der Veranstaltung allerdings bestätigte Hartwig im AZ-Gespräch den Eingang des Schreibens aus dem Uelzener Rathaus, das Bürgermeister Jürgen Markwardt unterschrieben hat.

„Zugzahlen und Schrankenschließzeiten nicht verändert“

„Das ist maximal unbefriedigend. Das Schreiben kommt zu einem Zeitpunkt, wo die Planfeststellungsunterlagen bereits lange beim Eisenbahnbundesamt eingereicht worden sind. Wir müssen das beraten und gucken, wie wir damit umgehen. Beantwortet ist das Schreiben noch nicht. Wir sind auf jeden Fall ziemlich verwundert gewesen, weil sich die Rahmenbedingungen mit prognostizierten Zugzahlen und Schrankenschließzeiten nicht verändert haben“, so Hartwig. Wann die Antwort der Bahn an die Hansestadt kommen und wie sie ausfallen könnte, wollte er nicht näher erläutern.

Stadtsprecherin Ute Krüger teilt auf AZ-Anfrage zum Inhalt des Schreibens mit: „Die Hansestadt hat mitgeteilt, dass sie mit dem beabsichtigten Ausbau der Bahntrasse und den damit absehbaren Auswirkungen auf den Schienen- und Straßenverkehr für den Bahnübergang Celler Straße eine Handlungspflicht der Deutschen Bahn sieht. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz wäre danach eine sogenannte höhenfreie Kreuzungsanlage – Brücke oder Tunnel – herzustellen.“

Positive Anhaltspunkte, aber geringe Erfolgsaussichten

In der Sitzung des Ortsrates Holdenstedt/Klein Süstedt am 15. Juni war seitens der Stadt in einem Sachstandsbericht mitgeteilt worden, dass man sich – dem Wunsch politischer Gremien folgend – erneut mit den rechtlichen Gegebenheiten auch unter Hinzuziehung externen Sachverstandes auseinandergesetzt und mit der Projektleitung der DB gesprochen habe.

Ergebnis trotz einiger positiver Anhaltspunkte, die man ausgemacht habe: „Die Erfolgsaussichten werden jedoch weiterhin als gering eingeschätzt“, heißt es im Sachstandsbericht. Und weiter: „Zunächst zeigt die Verwaltung dennoch bei der DB an, dass aus städtischer Sicht im Rahmen des Streckenausbaus eine Handlungspflicht im Sinne des Paragrafen 3 Eisenbahnkreuzungsgesetz zur Herstellung einer höhenfreien Kreuzungsanlage besteht und fordert die DB auf, diese Auffassung zu bestätigen und in den weiteren Planungen entsprechend zu berücksichtigen.“

Warten im Rathaus auf die Antwort der Bahn

Stadtsprecherin Krüger ergänzt dazu: „Die Bahn wurde gebeten, die rechtliche Auffassung der Hansestadt zu bestätigen und entsprechende Planungen zur Änderung der Kreuzungsanlage aufzunehmen. Soweit die Bahn der städtischen Auffassung folgt, ist eine Realisierung auch jetzt noch einsteuerbar. Im Streitfall hätte die Hansestadt zu entscheiden, ob eine Entscheidung im Kreuzungsrechtsverfahren durch das zuständige Bundesministerium für Digitales und Verkehr beantragt wird.“

Zunächst gilt es jetzt, die Antwort der Bahn auf das Schreiben abzuwarten.

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