Acht sanierungsbedürftige Bauwerke in Uelzen / Landkreis spricht von „altersgerechtem Zustand“

Brücken bröckeln vor sich hin

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Bei dem Landteil der Langen Brücke über die Ilmenau und die Ilmenauauen sind neben dem Bohlbelag auch die Auflager und Träger durch Korrosion beschädigt. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke soll bis 2022 saniert werden.

Uelzen/Landkreis. „Ungenügend“: Dieses Urteil fällten die Prüfer der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bei insgesamt 13 niedersächsischen Brücken, für die das Land oder der Bund die Unterhaltungspflicht haben.

Die meisten der 13 Bauwerke wurden zum wiederholten Male so schlecht bewertet.

Drei der Brücken sind sogar für den Schwerlastverkehr gesperrt. In die Kategorien „sehr gut“ oder „gut“ wurde nur jede fünfte der rund 5300 Brücken eingestuft. Im Landkreis Uelzen ist die Situation allerdings noch entspannt. Am schlechtesten wurden die Brücken entlang der B 4 über die Stederau (Note 2,8) und entlang der B 4 am Seedorfer Kreuz (Note 2,6) bewertet – das entspricht der Kategorie „ausreichend“.

Anders sieht es da schon bei den knapp über 50 Brücken der Stadt Uelzen aus, die turnusmäßig alle drei Jahre von einem Sachverständigen geprüft werden. Mittelfristig müssen hier gleich acht Bauwerke ersetzt werden, teilt die Stadt auf AZ-Anfrage mit. Wobei die Standsicherheit allerdings noch in allen Fällen gegeben sei.

Bei den sanierungsbedürftigen Brücken handelt es sich um die Außenmühlenbrücke, die Bahnbrücke Klein Süstedt, die Kleine Brücke in Hansen, Gerdaubrücke und Hardaubrücke in Holdenstedt sowie die zum Teil aus Holz bestehenden Fußgänger- und Radfahrerbrücken am Hallenbad und am Arbeitsamt sowie dem Landteil der Langen Brücke.

Bei den Holzbrücken an Arbeitsamt und Hallenbad sei der „natürliche Zersetzungsprozess bereits weit fortgeschritten“, bei dem Landteil der Langen Brücke „sind neben dem Bohlbelag auch die Auflager und Träger aus Stahl schadhaft“, teilt die Stadt mit. Die nötigen Sanierungen der drei Bauwerke seien bereits das Investitionsprogramm bis 2022 aufgenommen worden.

Anders sieht es da bei den übrigen sanierungsbedürftigen Brücken aus. Diese würden genau beobachtet und sollen in den nächsten zehn Jahren in Angriff genommen werden, so die Verwaltung. Die Kosten für die Reparatur aller acht Brücken liegt bei über sechs Millionen Euro, wobei die Außenmühlenbrücke mit 3,8 Millionen (Förderfähiger Anteil: 2,28 Millionen) am teuersten ausfällt. Die Sanierung der drei Holzbrücken kostet mit insgesamt rund 1,1 Millionen relativ wenig.

Der Landkreis ist da in einer wesentlich komfortableren Situation. Bei den 52 Brücken im Kreisstraßennetz und acht Brücken über den Elbe-Seitenkanal, bei denen der Landkreis aber ausschließlich für die Verkehrsflächen verantwortlich ist, bestehe kein Sanierungsstau. „Der Bauzustand der einzelnen Bauwerke ist als altersgerecht anzusehen“, antwortet der Landkreis auf die AZ-Nachfrage und führt als aktuelle und bereits geplante Baumaßnahmen die Sanierung der Brücke an der DB-Strecke Lehrte-Cuxhaven in Medingen (Kostenpunkt: etwa 200.000 Euro) und für das Jahr 2019 einen Ersatzneubau der baufälligen Stahlbachbrücke in Hamerstorf für rund 350.000 Euro auf.

Von Steffen Schmidt

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