„Beton platzt an den Pfeilern ab“

Aus für bröckelnde Brücke in Holdenstedt

Die Brücke ist nur noch für Radfahrer und Fußgänger zugelassen. Der Blick unter das Bauwerk zeigt die Probleme. Beton platzt ab, die Bewehrung rostet.
+
Die Brücke ist nur noch für Radfahrer und Fußgänger zugelassen. Der Blick unter das Bauwerk zeigt die Probleme. Beton platzt ab, die Bewehrung rostet. 

Beton platzt ab. Die Bewehrung rostet. Die städtische Bahnbrücke zwischen Holdenstedt und Klein Süstedt ist marode. Sie muss abgerissen werden. Der Ortsrat macht sich dafür stark, dass es weiterhin eine sichere Verbindung zwischen den beiden Dörfern gibt.

Uelzen-Holdenstedt – An einem lässt Bernd Behn keinen Zweifel aufkommen: Die Tage der städtischen Bahnbrücke zwischen Holdenstedt und Klein Süstedt sind gezählt. „Beton platzt an den Pfeilern ab“, schildert der Leiter des Fachbereichs Straßen, Umwelt und Grünflächen bei der Stadt Uelzen, jetzt im Ortsrat. Es sei zu viel Bewegung im Bauwerk.

Zudem: Im Brückenkörper rostet die Bewehrung. Durch die Korrosion werde unter der Brücke Beton abgesprengt und falle auf die Gleise, so Behn. „Lose Stücke mussten schon, um den Bahnverkehr nicht zu gefährden, abgeschlagen werden.“ Im Ergebnis: „Die Brücke muss schnellstmöglich abgerissen werden.“

Vor gut 50 Jahren ist das Bauwerk errichtet worden, weiß Ortsratsmitglied Holger Gansebohm (SPD) zu berichten. Seit Ende der 1980er Jahre befindet es sich in städtischer Hand, erklärt Bernd Behn – durch eine Gesetzesänderung habe Uelzen die Brücke von der Bahn übernehmen müssen. Aufgrund ihres Zustands war sie auch schon für schwere Fahrzeuge gesperrt worden, zuletzt wurde ab Sommer nur noch ein Rad- und Fußgänger-Verkehr erlaubt (AZ berichtete).

Beratendes Mitglied Herwig Maaß (UWG) betont die Bedeutung der Verbindung: „Sie ist enorm wichtig. Holdenstedt und Klein Süstedt haben nicht nur einen gemeinsamen Ortsrat, sondern auch eine gemeinsame Infrastruktur.“ So würden Holdenstedter Sportler auch die Halle im Nachbarort nutzen. Über die Brücken würden zudem Kinder aus Klein Süstedt fahren, um zur Schule in Holdenstedt zu gelangen.

Die CDU-Mitglieder haben bereits vor der Ortsratssitzung in einem Antrag deutlich gemacht, dass sie von der Stadt Alternativvorschläge erwarten, sollte die Brücke tatsächlich abgetragen werden müssen. Herwig Maaß reicht das nicht: Er plädiert dafür, dass der Ortsrat sich klar für eine sichere und verkehrsgünstige Verbindung zwischen den Dörfern ausspricht – die Gewählten folgen diesem Antrag.

Aus Sicht der Hansestadt bestehen verschiedene Optionen: Abriss und Neubau der Brücke im alten Umfang, Abriss und Neubau einer Brücke nur noch für Rad- und Fußgänger sowie ein Rad- und Fußweg auf der östlichen Seite der Bahnstrecke, wobei dafür auf einem Abschnitt Grundstücke zu erwerben wären, weil sich dort Flächen in Privatbesitz befinden. Kostenschätzungen für die Varianten bleibt Bernd Behn im Ortsrat schuldig.

Ein Rad- und Fußweg entlang der Bahngleise hat aus Sicht des Ortsrats Nachteile. Er wäre nicht nur länger, Radler und Fußgänger müssten letztlich die deutlich stärker befahrene Brücke der Kreisstraße 8 überqueren. „Die K8-Brücke ist nur mit einer einseitigen Sperrung der Fahrbahn eine Option“, so Michael Burmeister (UWG-Holdenstedter Bürger). Mit einer Vorfahrtsregelung ließe sich das aber bewerkstelligen.

Für das Abtragen der alten Brücke wird derweil bereits ein Ingenieurbüro beauftragt. Bernd Behn: „Wir gehen von einem Abriss in der zweiten Jahreshälfte 2021 aus.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare