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Brisanter Einsatz für Uelzener Kräfte: Bundespolizei in Lützerath

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Von: Lars Becker

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Einsatz in Lützerath: Rund 50 Bundespolizisten aus dem Standort am Hainberg in Uelzen waren am Wochenende rund um die Räumung des Ortes und die Demo im Braunkohlerevier gefordert.
Einsatz in Lützerath: Rund 50 Bundespolizisten aus dem Standort am Hainberg in Uelzen waren am Wochenende rund um die Räumung des Ortes und die Demo im Braunkohlerevier gefordert. © Bundespolizeiabteilung Uelzen

Rund um die Räumung des Protestdorfes Lützerath am Braunkohlettagebau in NRW und die Großdemonstration waren auch Kräfte der Bundespolizei aus Uelzen gefordert. 50 Beamte waren vor Ort, sechs wurden verletzt.

Uelzen/Lützerath – Auf der einen Seite eine stattliche fünfstellige Zahl von Klimaaktivisten, Demonstranten und sogenannten „Störern“, auf der anderen Tausende Beamte von Landes- und Bundespolizei: Die brisante Räumung des Protestdorfes Lützerath am rheinischen Braunkohle-tagebau und die Großdemonstration dagegen hat vom vergangenen Mittwoch bis Sonntag ein hohes Maß an Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mindestens 800 Medienvertreter berichteten von vor Ort. Demonstranten und Polizei werfen sich nun im Nachgang gegenseitig ein hohes Maß an Gewaltbereitschaft vor (AZ berichtete).

In diesem Kontext gefordert waren am vergangenen Wochenende auch Beamte der Bundespolizeiabteilung Uelzen. Wie deren Sprecher Rolf Wehrmeister auf AZ-Anfrage bestätigt, waren rund 50 Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit (BFE) vom Hainberg in Uelzen vor Ort. Sie kehrten am späten Sonntagabend zurück an ihren Standort.

Sechs Beamte aus Uelzen werden verletzt

Laut Wehrmeister oblag es den Beamten, sich in Lützerath im Rahmen der Großdemo um Absperr- und Räummaßnahmen zu kümmern. „Dabei wurden die Kräfte mit Lehm, Steinen und Pyrotechnik beworfen. Sechs Kollegen wurden verletzt. Wir reden hier vor allem über Prellungen und Schürfwunden. Fünf blieben einsatzfähig, einer hat sich einen Finger gebrochen“, so Rolf Wehrmeister.

Drei Personen aus der Abteilung Einsatzunterstützung/Standort-Service in Uelzen – dabei handelt es sich um eine Versorgungskomponente – waren ebenfalls nach Nordrhein-Westfalen beordert worden. „Sie waren zusammen mit Kräften aus St. Augustin für die Warmverpflegung von 4000 Kollegen der Bundespolizei verantwortlich“, berichtet Wehrmeister, der ergänzt: „Diesmal war alles komplett vegetarisch. Das soll sehr gut angekommen sein.“

Der Einsatz in Lützerath, über den die hiesige Bundespolizei im Vorfeld keine näheren Informationen veröffentlichen durfte, war am vergangenen Wochenende aber längst nicht der einzige, in den Uelzener Bundespolizisten unterstützend involviert waren: Am Hauptbahnhof in Hannover zeigten rund 30 Beamte aus der zweiten Einsatzhundertschaft Uelzen ohne konkreteren Anlass Präsenz. „Dabei geht es um den Bereich Gewaltprävention. Gerade am Wochenende, wenn viele junge Menschen zusammenkommen, unterstützen wir schon mal die örtlichen Dienststellen in Hannover oder auch am Hauptbahnhof in Hamburg“, erläutert Rolf Wehrmeister den Hintergrund.

Und damit nicht genug: Gleich zwei Gruppen eines Einsatz-Zuges der Bundespolizeiabteilung Uelzen – insgesamt rund 20 Frauen und Männer – sind derzeit wieder einmal mit Grenzkontroll-aufgaben betraut. Angesichts der dynamischen aktuellen Migrationslage in Europa sind sie an der Grenze von Deutschland und Österreich im Raum Freilassing und Rosenheim stationiert. 2021 waren Uelzener Kräfte an der deutsch-polnischen Grenze eingesetzt worden. Darüber hinaus wirken Beamte vom Hainberg auch immer wieder an Einsätzen gegen organisierte Kriminelle wie Schleuser mit – oder trennen Fan-Lager bei Risiko-Fußballspielen.

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