1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Brennende Reifen als „Testversuch“:
Uelzener Amtsgericht verhängt Geldstrafe

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Abgelegte Reifen.
Abgelegte Reifen. © Symbolfoto: dpa

Weil er unerlaubt Reifen verbrannte, wodurch Gase entstanden, die auch ein Krebsrisiko darstellen, hat das Uelzener Amtsgericht einen 64-Jährigen aus dem Nordkreis zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à sechs Euro verurteilt, also zu 240 Euro.

Uelzen – Der 64-Jährige hatte gegen einen vom Gericht ausgestellten Strafbefehl Widerspruch eingelegt, sodass es zur Verhandlung kam. Der Angeklagte erklärte, bei dem Verbrennen der Reifen habe es sich um ein „Testversuch“ gehandelt.

In einem Kessel habe er, und zwar immer nur einzeln, die Reifen verfeuert, um diese von den Felgen zu schwelen. „Ich wollte schauen, wie man Hitze erzeugen kann.“ Immerhin stünde der Winter bevor, und er habe eine Alternative zu einer Holzbefeuerung für seine Bleibe gesucht. „Das sollte eine Erfindung werden“, so der 64-Jährige.

Richter Walter Graf Grote verwies darauf, dass aus guten Gründen Reifen seit Langem in Deutschland nicht mehr verbrannt werden dürfen. „Das sollte auch bei Ihnen angekommen sein.“

Weil der Mann nach eigenen Angaben lediglich 100 bis 200 Euro pro Monat verdient, auch zum Zeitpunkt der Verhandlung keine staatlichen Zuschüsse erhielt, kam dass Gericht bei der Strafe zu einem Tagessatz von sechs Euro. Richter Graf Grote riet dem Angeklagten, als dieser erzählte, er besitze auch keine Krankenversicherung, dies zeitnah zu ändern und dafür auch staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. „Vom Sozialamt leben, das wollte ich eigentlich nicht“, so der 64-Jährige. Er wolle es sich aber überlegen.

Auch interessant

Kommentare