Braunes Laub mitten im Juli

Wie im Oktober sieht dieser Baum an der Veerßer Straße aus. Aufgrund der extremen Trockenheit haben sich schon viele Blätter in Uelzen vorzeitig verfärbt.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Der Anblick erinnert an den Oktober, obwohl erst Mitte Juli ist: Zahlreiche Bäume in Uelzen sind schon gelb oder braun und werfen ihre Blätter ab. Neigt sich der Sommer etwa schon dem Ende zu?

Stadtförster Thomas Göllner gibt Entwarnung. „Das ist zum Glück kein verfrühter Herbst, sondern ganz einfach eine Reaktion der Bäume auf die anhaltende Trockenheit“, erklärt er. Anders als im September und Oktober sind es zurzeit nicht etwa niedrige Temperaturen, die die Blattfärbung bewirken. Dafür sind selbst die Nächte mit fast 20 Grad viel zu warm. Stattdessen setzt der akute Mangel an Niederschlägen den Bäumen zu. „Das ist aber nichts Beängstigendes oder gar ein akuter Schaden“, betont Göllner.

Dass der so genannte Trockenstress der Bäume vor allem in der Innenstadt auftritt, sei typisch. „Dort ist die Wasserversorgung wegen der höheren Flächenversiegelung viel schwieriger“, weiß Göllner. Doch auch im Stadtwald seien die vorzeitige Laubverfärbung und der Blattfall bereits sichtbar – allerdings nicht bei allen Baumarten, so Göllner: „Birke und Eberesche sind am stärksten betroffen, Buchen und Eichen sind dagegen noch tief dunkelgrün.“

Die Zahlen des AZ-Wetterexperten Reinhard Zakrzewski belegen die große Trockenheit in Uelzen. So fielen im Juni lediglich 31 Millimeter Niederschlag – gerade mal 45 Prozent des langjährigen Mittels. Auch im Juli hat es bislang nur sehr selten geregnet. Deshalb haben die Betrieblichen Dienste der Stadt zurzeit alle Hände voll zu tun: Sie müssen die Pflanzen viel häufiger als gewöhnlich bewässern – überwiegend in den Morgenstunden.

„Alle Bäume, die 2009 gepflanzt wurden, werden als erstes gegossen“, erläutert Christine Tietz, Leiterin der Abteilung für Grünflächen und Umwelt bei der Stadt Uelzen. Halte die Trockenheit noch länger an, würden auch diejenigen Bäume gegossen, die aus der Pflanzperiode davor stammen. „Alle anderen großen Bäume müssen irgendwie mit der Hitze klarkommen. Es wäre gar nicht zu schaffen, sie alle zu bewässern“, sagt Christine Tietz.

Sie hat festgestellt, dass die Trockenheit im Sommer in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Deshalb ihre Bitte: „Wenn Bürger einen EimerWasser übrig haben, würden sich die Bäume sicherlich darüber freuen.“

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