Nach Feuer am Spottweg hat Polizei einen Verdächtigen

Brandserie in Uelzen: Polizei hat 46-Jährigen im Visier

Einmal mehr musste die Uelzener Feuerwehr am Neujahrstag an den Spottweg ausrücken, weil es am und im Altkleider-Container brannte. Seit dem 3. November war es der inzwischen vierte Löscheinsatz am Spottweg.
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Einmal mehr musste die Uelzener Feuerwehr am Neujahrstag an den Spottweg ausrücken, weil es am und im Altkleider-Container brannte. Seit dem 3. November war es der inzwischen vierte Löscheinsatz am Spottweg.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Uelzen – Rußgeschwärzte Metallwände, ein Berg angekokelter Kleidung auf dem Schotterplatz: Das ist das Bild, das sich nach dem vierten Brand binnen zwei Monaten am Uelzener Spottweg bietet.

Der Altkleider-Container, der unweit des Getränkemarkts an der Außenmühle steht, wurde erneut das Ziel eines Brandstifters. Die Polizei hat einen 46-Jährigen im Verdacht, der zumindest in den ersten drei Fällen dort Feuer gelegt haben soll. „Der Mann wird als Beschuldigter geführt“, erklärt gestern Polizeisprecher Kai Richter auf Anfrage der AZ.

Anfang und Mitte November, dann Anfang Dezember und zuletzt am Neujahrstag musste die Uelzener Feuerwehr am Spottweg tätig werden (Zum Thema »). Nach Auskunft von Kai Richter sei der Verdächtige bei einem dieser Brände im Umfeld des Spottwegs angetroffen worden. Ein Brandermittler ist im Uelzener Kommissariat mit den Fällen befasst. Der Vorwurf lautet jeweils „Sachbeschädigung durch Feuer“.

Einsätze für die Feuerwehr Uelzen in der Chronologie

1. Brand – Dienstag, 3. November 2020: Die Feuerwehr wird um 22.25 Uhr alarmiert und rückt mit einem Mannschaftswagen aus; nach Auskunft der Wehr waren sieben Kräfte vor Ort im Einsatz.

2. Brand – Montag, 16. November 2020: Die Feuerwehr wird diesmal gegen 22 Uhr alarmiert; erneut müssen sieben Kräfte an den Spottweg ausrücken, um das Feuer zu löschen.

3. Brand – Freitag, 4. Dezember 2020: Die Feuerwehr wird an diesem Tag um 20.39 Uhr für die Löscharbeiten alarmiert, ein Mannschaftswagen eilt mit sieben Kräften zum inzwischen bekannten Einsatzort.

4. Brand – Freitag, 1. Januar 2021: Die Feuerwehr muss dieses Mal um 17.40 Uhr an den Spottweg ausrücken. Wiederum ist die Besatzung eines Mannschaftswagens im Einsatz.

Derweil kündigt mit der „Kara Textilverwertung“ jenes Unternehmen, das den Altkleider-Container am Spottweg aufstellte, an, den Standort nach dem vierten Brand aufgeben zu wollen. Gerade erst hatte man nach den ersten Bränden wieder einen neuen Container am Spottweg aufgestellt, der jetzt ebenfalls ein Raub der Flammen wurde. Nach Auskunft des Betriebs liegen die Kosten für einen solchen Container bei etwa 750 Euro. In den Container geworfene Kleidungsstücke werden für gewöhnlich von der „Kara Textilverwertung“ weiter veräußert – beispielsweise nach Polen und Rumänien. Dort würden gut erhaltene Stücke wieder in Outlets angeboten, aus dem Rest würden beispielsweise Putzlappen hergestellt, heißt es gegenüber der AZ.

Es sind nicht nur die Kosten, die dem Unternehmen entstehen. Jeweils müssen Feuerwehrkräfte ausrücken, um die Brände zu löschen. Sieben Kräfte waren zuletzt mit einem Mannschaftswagen vor Ort, laut Gebührenordnung liegen die Kosten für einen solchen Einsatz bei 425 Euro.

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