Kreis fordert Land auf, Weidetiere und Menschen besser zu schützen

Brandbrief zum Thema Wolf aus dem Uelzener Kreistag

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Wölfe haben womöglich zuletzt am Dienstag im Landkreis Uelzen Schafe gerissen.

Uelzen/Landkreis. Der Brandbrief zum Thema „Wolf“ dürfte in den nächsten Tagen auf die Reise gehen: Adressat ist die niedersächsische Landesregierung, Verfasser sind die Mitglieder des Uelzener Kreistages – in einer Resolution fordern sie das Kabinett in Hannover nun auf, mehr zum Schutz der Weidetiere und der Menschen in der Region zu unternehmen.

Bei der jüngsten Sitzung des Kreistages am Dienstagnachmittag wurde das Papier mehrheitlich verabschiedet.

Der Anlass für die Resolution: Immer neue Meldungen von Rissen und Wolfssichtungen in bewohnten Gebieten des Landkreises – womöglich fielen nur wenige Stunden, bevor der Kreistag zusammentrat, in Ebstorf und bei Allenbostel Schafe Wolfsattacken zum Opfer. Kehlbisse deuten auf Wolfsrisse hin, DNA-Untersuchungen sollen gesicherten Aufschluss geben. „Der Wolf ist im Landkreis Uelzen angekommen“, formulierte es Jörg Hillmer, Kreistagsmitglied und Landtagsabgeordneter der CDU, am Dienstag. FDP-Kreistagsabgeordneter Rainer Fabel sagte: „Die Menschen fühlen sich in ihrer Freiheit beschränkt.“

So kann es nicht bleiben, ist die Überzeugung der Kreispolitiker. Ihr nun verabschiedeter Aufforderungskatalog sieht im Einzelnen vor: Die Landesregierung solle sämtliche Schäden durch Wölfe ersetzen und die Beweislast zu Gunsten des Geschädigten umkehren. Fachleute sollten in Sachen Vergrämung ausgebildet und die Überwachung von Wölfen systematisch weiterentwickelt werden. Wölfe, die Weidetiere reißen und sich Menschen bedrohlich näherten, sollen abgeschossen werden können. Der Wolf solle auch in das niedersächsische Jagdrecht aufgenommen werden. Dazu muss allerdings erst höherrangiges europäisches Recht geändert werden. Über eine Initiative im Bundesrat solle das Land Niedersachsen den Bund auffordern, diesbezüglich auf die zuständige EU-Kommission zuzugehen. Und schließlich: Das Land solle verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zum Wolf betreiben.

Eine noch von Armin Paul Hampel (AfD) geforderte Entschädigung für Weidetierhalter auch bei einer nicht existierenden wolfssicheren Einzäunung von Tieren fand keine Mehrheit im Kreistag.

Gegen die Resolution stimmten die Grünen. Sie stießen sich an dem Passus, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll. Grünen-Kreistagsmitglied Martin Feller bemühte eine Wolfsexpertin, die erklärt habe, dass bei einer Bejagung von Wölfen es zu vermehrten Rissen kommen werde. Fünf Kreistagsabgeordnete enthielten sich bei der Abstimmung. Seite 3

Von Norman Reuter

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