Feuerlöschen – eine Luftnummer

Faßberg: Bundeswehr und Feuerwehr proben für den Ernstfall

Ein Hubschrauber der Bundeswehr löscht im Rahmen der Übung Grisu ein brennendes Feld
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In circa 50 Meter Höhe öffnet die Hubschrauberbesatzung den Löschbehälter „Fire Fighting Bambi Bucket“ über der Brandfläche.

Ein Feuer ist ausgebrochen, und der Wind treibt die Flammen durchs Heidekraut. Jetzt gilt es, Herr der Lage zu werden. Die Bundeswehr setzt einen Spezial-Helikopter mit einem gewaltigen Behälter ein. Diesmal ist es zum Glück nur eine Übung.

Faßberg/Uelzen -  Der Helikopter positioniert sich über der Brandstelle, öffnet einen gewaltigen Behälter. Tausende Liter Wasser fallen zu Boden. Das Feuer wird erstickt. In etwa so stellt sich das Transporthubschrauberregiment 10 der Bundeswehr vom Fliegerhorst im benachbarten Faßberg einen gelungenen Brand-Einsatz vor. Im Rahmen einer Übung mit Titel „Grisu“ demonstrierten die Streitkräfte zusammen mit den Bundeswehrfeuerwehren aus Munster, Bergen und Faßberg die Brandbekämpfung aus der Luft.

„Wie bei einem Fußballclub beginnen wir erstmal mit der Taktik“, sagt Oberstleutnant Thomas Frank. Die Bundeswehr übt an diesem Tag Sprechverfahren sowie die Koordinierung der Zusammenarbeit zwischen den Hubschrauber-Besatzungen in der Luft und den Bundeswehrfeuerwehren am Boden, um das Löschwasser im Einsatzfall so schnell und sicher wie möglich an seinen Bestimmungsort bringen zu können.

Zu Beginn der Übung fliegen zwei Hubschrauber vom Typ NH-90 die Wasserentnahmestelle Hollmoorteich auf dem Truppenübungsplatz Süd in Munster an. An den Fluggeräten ist mit einem Seil im Abstand von 15 Meter der „Fire Fighting Bambi Bucket“ (FFBB) befestigt. Der 85 Kilo schwere Löschbehälter wird in den Teich abgelassen und füllt sich innerhalb einer Minute mit 2000 Liter Wasser. Mit dem gefüllten FFBB begeben sich die Hubschrauber zur etwa 15 km entfernten Brandstelle.

Unter den wachsamen Augen der Bundesfeuerwehr, die den Brand kontrolliert entfacht hat, nähern sich die Hubschrauber den Flammen und öffnen in circa 50 Meter Höhe den Löschbehälter. Aus dem FFBB ergießt sich sofort ein breiter Sprühstrahl über die Brandfläche. Der gezielte Wasserabwurf mittels „Fire Fighting Bambi Bucket“ steht im Mittelpunkt der Übung Grisu, da die zunehmend steigenden Temperaturen in den Sommertagen sowie die lang anhaltenden Trockenphasen das Risiko von verheerenden Waldbränden von Jahr zu Jahr erhöhen.

Der Name der Übung ist einer italienischen Zeichentrickserie von 1972 entlehnt. „Grisu“ ist ein kleiner Drache, der lieber Feuerwehrmann werden will, als Feuer zu speien. Neben den eingeladenen Medienvertretern sind auch viele Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren aus Faßberg und Munster zum Truppenübungsplatz gekommen, um sich über die Brandbekämpfungsmethode zu informieren.

„So eine Übung wäre für uns in einem solchen Ausmaß nicht möglich“, sagt Ortsbrandmeister Michael Kammstieß von der Feuerwehr in Munster. Er berichtet, dass die umliegenden Feuerwehren im Fall eines Heidebrandes auf die Unterstützung der Bundeswehr angewiesen wären. Die Übung stelle für ihn und seine Kollegen eine gute Gelegenheit zur Optimierung der Verfahrensabläufe zwischen Bundeswehr und Feuerwehr dar.

Den FFBB verwendet das Hubschrauberregiment in Faßberg erst seit einem Jahr. Im Vergleich zu älteren Löschsystemen der Bundeswehr sei dieser „deutlich effektiver“, wie Leutnant Lena Plostica von der Bundeswehrpressestelle erklärt. So könne die Hubschrauberbesatzung mit dem erhöhten Fassungsvermögen des FFBB mehr Brandfläche in kürzerer Zeit abdecken. Zudem lässt sich der leere Löschbehälter falten und damit einfacher zum Einsatzort transportieren.

Mit dem Ablauf der Übung sind die Verantwortlichen zufrieden. „Unser Plan ist aufgegangen“, sieht Lena Plostica das Hubschrauberregiment gut auf den Ernstfall vorbereitet.

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