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Bond-Bösewicht auf Tauchgang in Uelzen

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Von: Norman Reuter

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Erst James-Bond-Schurke, jetzt Kapitän Nemo: Claude-Oliver Rudolph wird auf der Bühne stehen.
Erst James-Bond-Schurke, jetzt Kapitän Nemo: Claude-Oliver Rudolph wird auf der Bühne des Uelzener Theaters stehen. © Uwe Zucchi

Mit U-Booten kennen sie sich aus – ob nun musikalisch oder als Schauspieler: Die U96-Gründer Ingo Hauss und Hayo Lewerentz sowie der aus Film und Fernsehen bekannte Claude-Oliver Rudolph. Gemeinsam bringen sie Jules Vernes „20 000 Meilen unter dem Meer“ auf die Bühne. Geprobt wird in Uelzen.

Uelzen – Vor dem Theater an der Ilmenau steigen Handwerker auf dem Gerüst in die Höhe. Im Inneren begeben sich Schauspieler auf Tauchgang. Jules Vernes „20 000 Meilen unter dem Meer“ wird dort als Musical inszeniert. Nach gut zwei Jahren Bauzeit ist das Theater, wenngleich die Wiedereröffnung erst noch Ende der Woche ansteht, so weit fertig, dass die Bühne schon wieder für eine Produktion genutzt werden kann.

Zusammengefunden haben sich für diese Produktion die Gründer von „U96“ Ingo Hauss und Hayo Lewerentz, die mit ihrer Fassung der Musik des Filmklassikers „Das Boot“ Erfolge feierten, und Claude-Oliver Rudolph. Wie passend: Er gehörte zur Filmcrew von „Das Boot“, war aber auch als James-Bond-Bösewicht an der Seite von Pierce Brosnan in „Die Welt ist nicht genug“ zu sehen.

Sie werden mit der Nautilus in See stechen: Katja Friedenberg, Fabian Harloff und Dave Kaufmann.
Sie werden mit der Nautilus in See stechen: Katja Friedenberg, Fabian Harloff und Dave Kaufmann. © Reuter, Norman

Rudolph hat die Texte für das Musical zusammengestellt, mimt darin auch den reichen wie undurchsichtigen Kapitän Nemo. Mit breitem Lächeln im Gesicht sagt Rudolph im Gespräch mit der AZ: „Wer, wenn nicht ich, hätte Nemo spielen sollen.“

Nicht nur die Protagonisten wagen sich im Stück mit der Nautilus in unbekanntes Terrain vor, das gilt zugleich auch für die Macher. Musikalisch treffen symphonische Klänge auf elektronischen Sound, wie Hayo Lewerentz schildert. Zu hören sein werde unter anderem auch die U96-Fassung von „Das Boot“. „Das bietet sich bei dem Thema einfach an“, so Lewerentz.

Ingo Hauss sagt: „Der Fokus liegt auch auf dem Visuellen“. Auf der Bühne des Theaters sind große Leinwände zu entdecken, auf die Unterwasser-Welten projiziert werden. Wobei auch hier nicht der klassische Weg gegangen wird. Julius Horsthuis hat eigens für das Stück sogenannte Fraktal-Visualisierungen geschaffen – „wir nehmen die Menschen nicht mit in ein Aquarium, sondern in eine eigene Gedankenwelt“, umschreibt Hayo Lewerentz.

Musicals und das Theater an der Ilmenau – das ist eine besondere Geschichte, war das Haus doch Spielstätte für das von Konstantin Wecker komponierte Hundertwasser-Musical im Jahr 2004. Dass jetzt „20 000 Meilen unter dem Meer“ in Uelzen geprobt wird, kam über einen Kontakt aus der Uelzener Technik-Crew zustande, wie Hayo Lewerentz berichtet. Für Claude-Oliver Rudolph ist Uelzen keine unbekannte Stadt. Er habe lange in Celle auf der Bühne gestanden, erzählt er, fahre heute auch noch ein Auto mit Celler Kennzeichen, weswegen es ihm die Uelzener nicht krummnehmen würden, wenn er angesichts der Baustellen in der Stadt manchesmal drehen müsste.

Mit ihm steht auch Fabian Harloff auf der Bühne, bekannt als Notarzt in „Notruf Hafenkante“. „Er hat mich mal als solcher in der Serie gerettet“, erinnert sich Rudolph. Harloff spielt und singt die Rolle von Jules Vernes. Dave Kaufmann, Sohn von Günther Kaufmann, mimt den Harpunier Ned Land. Wenngleich in Jules Vernes Fassung keine Frau zu finden ist – auf der Bühne wird eine zu erleben sein: Katja Friedenberg spielt Marine.

Geprobt wird täglich – bis Anfang Oktober. Dann wird das Stück auf Tour gehen. Die Alte Oper in Frankfurt und der Admiralspalast in Berlin sind zwei der ersten Stationen. Aber auch die Uelzener sollen in den Genuss kommen: Im Theater an der Ilmenau ist die Vorpremiere am Mittwoch, 5. Oktober, geplant. Karten sind an bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.reservix.de erhältlich.

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