Methode kam 1978 zum Einsatz / Firma „Wintershall“ verantwortlich

Bohrloch bei Ebstorf gefrackt

Proteste gegen das Fracking nehmen zu. Für den Kreis Uelzen ist nun bekannt, dass schon die Methode genutzt wurde. Foto: Reuter

Uelzen. Im Landkreis Uelzen kam die umstrittene Fördermethode Fracking bei einer Bohrung nahe Ebstorf zum Einsatz – und zwar 1978. Darüber informierten gestern das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie die Landkreisverwaltung, nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass die Technologie in der Region angewandt wurde.

Wie Kreissprecher Martin Theine erläuterte, sei die Bohrung „Ebstorf Nord Z1“, die 1972 zur Erkundung und Gewinnung von Erdgas angelegt wurde, einer Frac-Behandlung unterzogen worden. Die Endtiefe des in die Erde getriebenen Bohrlochs habe 4644 Meter betragen. Das LBEG ergänzte, dass seinerzeit das Unternehmen „Wintershall“ für das Erkunden und Fördern von Bodenschätzen verantwortlich war. Heute wirbt die 1894 gegründete Firma mit Sitz in Kassel damit, einer der größten Erdöl- und Erdgasproduzenten zu sein.

„Nur mit Wasser“ gefrackt wurde nach Angaben des Landkreises zudem vor neun Jahren in der Nähe von Eimke. Die Methode sei im Rahmen eines Geothermie-Forschungsprojektes der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Horstberg zum Einsatz gekommen. Die wissenschaftlichen Versuche in Horstberg hätten dazu gedient, Erkenntnisse zur Gewinnung von Erdwärme aus geringdurchlässigem Sedimentgestein zu gewinnen. „In Horstberg finden seit Längerem keine Versuche mehr statt“, teilt die Kreisverwaltung mit. Allerdings gebe es eine Diskussion darüber, ob und wie die Forschung in Horstberg fortgesetzt werden könne.

Für die beiden Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie gestern insgesamt „rund 320 Frac-Maßnahmen“ jüngeren Datums für Erdgaslagerstätten bestätigt, bei denen keine „umweltrelevanten Schäden“ bekannt geworden seien. Seite 5

Von Norman Reuter

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