Tatort Fitnessstudio: 31-Jähriger Uelzener bestahl seinen Arbeitgeber

Bodybuilder vor Gericht

+
Ein 31-jähriger Bodybuilder hat insgesamt rund 1200 Euro in dem Uelzener Fitnessstudio gestohlen, in dem er trainierte und arbeitete.

Uelzen. Jahrelang war ein Uelzener als Natural Bodybuilder aktiv. Er arbeitete in einem Fitnessstudio in Uelzen und trainierte dort für seine Wettkämpfe.

Doch schließlich benutzte er seinen Dienstschlüssel auch nachts, nahm Bargeld aus der Kasse, entwendete Nahrungsergänzungsmittel und ein Laptop. Das gestand der 31-Jährige gestern vor dem Amtsgericht Uelzen. Insgesamt hat er zwischen März 2012 und Dezember 2013 rund 1200 Euro Bargeld gestohlen, manchmal auch in kleineren Beträgen am Ende seines Arbeitstages. Wegen Diebstahls in 21 Fällen wurde er zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. „An die einzelnen Beträge kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich streite nichts ab“, erklärte der athletisch gebaute Angeklagte, der mit den Taten seine Spielsucht finanziert haben will. Bei einer der Taten blieb es schließlich nur noch beim Versuch, berichtete der 31-Jährige: Bevor er im Laufe der Zeit seine Stelle als Tresenkraft in dem Fitnessstudio aufgab und den Dienstschlüssel wieder aushändigte, hatte er sich den Schlüssel nachmachen lassen. „Ich brauchte nachts wieder Geld zum Spielen“, schilderte er die Nacht vom 7. Dezember 2013, in der er erwischt wurde. Als er dann das Fitnessstudio betrat, stand der Geschäftsführer vor ihm.

„Ich habe ihn angesprochen, aber er war wie paralysiert“, erinnerte sich der Studiochef in der Zeugenvernehmung an die Situation. „Er war doch sicher ein bisschen ein Aushängeschild für Sie gewesen, oder“, wollte der Vorsitzende Richter Rainer Thomsen von dem Zeugen wissen. „Ohne Frage“, erklärte der Geschäftsführer, „ich habe nie Probleme mit ihm gehabt.“ Deshalb habe er den Bodybuilder auch nicht verdächtigt, als er sich über die ständigen Fehlbeträge in der Kasse gewundert habe. Der Sportler zahlt nun in Raten seinem Ex-Chef die gestohlene Summe zurück. Zudem muss er 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Und auch ein Aufenthalt in einer Suchtklinik steht schon an, dort will er von den Glücksspielen loskommen, kündigte er an.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare