Das Blut war falsch

Einsatzübung der Feuerwehr zwischen Kirchweyhe und Emmendorf

Uelzen/Landkreis - Von Barbara Kaiser. Das Szenario war echt, das Blut, das Jonas aus der Kopfwunde lief, jedoch falsch. Der 17-Jährige von der Feuerwehr Barum hatte sich bereit erklärt, mit drei anderen Feuerwehrkameraden, die Verletzten zu markieren.

Am Sonnabend testete die Kreisbereitschaft der Feuerwehr Celle im Landkreis Uelzen ihre Fitness bei der Brandbekämpfung und dem Bergen von Verletzten nach einem schweren Verkehrsunfall. „Gebrannt“ hat es im Museumsdorf Hösseringen; den „Unfall“ präparierten die Kameraden in Emmendorf unter der Leitung des stellvertretenden Kreisbereitschaftsführers Dietmar Krause.

Die konstruierte Situation war vertrackt: In der gefährlichen S-Kurve unter der Bahnbrücke war nach dem Willen der Erfinder dieser Lage ein Traktor liegengeblieben. Wegen überhöhter Geschwindigkeit ereigneten sich in der Folge zwei Crashs, ein Auto war aus der Kurve getragen worden, weil der Fahrer uneinsehbar Gegenverkehr hatte. Es war an einen Baum geprallt und auf der Seite liegen geblieben. Der Gegenverkehr hatte zwar gebremst, dadurch aber einen Auffahrunfall verursacht. Zu bergen waren drei Verletzte des Auffahrunfalls, der Fahrer des anderen Autos, ein Dummy, galt als tot!

Die Celler Kameraden benötigten zwar eine recht lange Zeit, ehe sie von ihrem Sammelpunkt Breitenhees nach Emmendorf gefunden hatten; aber im Ernstfall würden sowieso die Ortswehren schnell vor Ort sein. Zügig wurde die Ausrüstung ausgebreitet, das Einsatzfahrzeug jonglierte mit viel Fingerspitzengefühl am Trecker vorbei, dann begann die Rettung. Das Gedränge sah zwar für den Laien unübersichtlich aus, aber offenbar hatte jeder seine Aufgabe.

Was ist das für ein Gefühl, einmal „Betroffener“ zu sein? Es sei schon seltsam, sagen Jonas und die anderen übereinstimmend. In dem zusammen gequetschten Auto zu sitzen und auf Rettung zu hoffen. Der BBS-Schüler überlegt übrigens, sich einmal bei einer Berufsfeuerwehr zu bewerben. Er, der erst seit zwei Jahren dabei ist, schätzt den Zusammenhalt in der Feuerwehr und ist auch in der Theorie ein engagierter Kamerad, denn er besitzt bereits einen abgeschlossenen Funkerlehrgang.

Die Beobachter der Bereitschaft Uelzen zeigten sich zufrieden mit den Celler Kollegen. Auf die Frage, ob es nicht doch zu lange dauerte, die Menschen aus ihrer Lage zu befreien, kommt ein eindeutiges „Nein“. Denn noch in den Fahrzeugen waren die „Verletzten“ von Rettungssanitäter und Notarzt erstversorgt worden. Das letzte Wort von Dietmar Krause: „Die Aufgabenstellung wurde sauber und optimal abgearbeitet; es ist wunderbar gelaufen.“

Reibungslos verlief am Sonnabendvormittag auch eine weitere Feuerwehrübung der Kreisbereitschaft Celle: Ein Brand des Brümmerhofes auf dem Gelände des Museumsdorfes Hösseringen musste gelöscht werden. Ganz wichtig für die Einsatzkräfte: Weil das historische Gebäude mit Reet eingedeckt ist, durften bei dieser Übung keine Nebelkörper oder Wasser eingesetzt werden.

Im Einsatz waren etwa 130 Feuerwehrleute aus dem Kreis Celle. Sie nahmen zunächst eine Menschenrettung unter schwerem Atemschutz vor. Danach folgte der Erstangriff von mehreren Tanklöschfahrzeugen von innen und außen. Zudem wurde eine etwa drei Kilometer lange Wasserversorgung von Hösseringen aus aufgebaut. Anschließend folgte eine Waldbrand-Übung.

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