Seit gestern gilt in allen drei Marktstraßen Tempo 10 – Probleme auf der Gudesstraße

Blumenkübel als Bremsklötze

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Gestern rückten Arbeiter an, um Blumenkübel auf die Gudesstraße zu stellen – auch auf der Lüneburger Straße müssen Kraftfahrer seit gestern solche Hindernisse umkurven.

Uelzen. Der Start in eine neue Ära der Verkehrsführung war holprig – nachdem gestern Morgen Arbeiter des städtischen Bauhofes auf der Gudesstraße anrückten, um die ersten Blumenkübel auf die Fahrbahn zu hieven, verstopfte am Vormittag die meist befahrene Marktstraße schnell.

Autofahrer standen vor den Hindernissen, blockierten sich gegenseitig, dazwischen rangierten Busse. Die Stadt reagierte, korrigierte die ersten Maßnahmen schon nach wenigen Stunden. „Es gab doch erhebliche Rückstaus“, bilanzierte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull die Situation auf der Gudesstraße. Dort rollt viel Verkehr aus Richtung Osten in die Stadt, „diese Situation ist mit Lüneburger und Veerßer Straße nicht vergleichbar“, stellte der Dezernatsleiter fest. Die Situation sei problematisch, „da müssen wir uns noch etwas überlegen“.

Doch auch dafür seien Probephasen schließlich da. Nach dem Hin und Her um die Verkehrsführungen in der Innenstadt sowie Aufregung um eine nur wenige Monate währende Erweiterung der Fußgängerzone, ist die Ausweitung der Tempo-10-Zone ein Kompromiss, der von vielen Schultern getragen wird: Ihn hatte eine Arbeitsgruppe empfohlen, die sich unter anderem aus Kommunalpolitik, Anliegern, Handel und Citymanagement zusammensetzt.

Der Verkehr soll demnach weiter in die Innenstadt rollen dürfen, damit die City nicht verödet und leichter erreichbar ist. Doch Fußgänger sollen es auch leichter als bisher haben, die Fahrbahn zu überqueren. Außerdem soll der Durchgangsverkehr möglichst aus den Marktstraßen herausgehalten werden. Dass zumindest Letzteres offenbar gelingt, hatte die Stadtverwaltung schon nach der Umgestaltung der Veerßer Straße festgestellt. Seit gestern nun müssen auch in Gudes- und Lüneburger Straße Hindernisse umkurvt werden.

Eines zeigte gestern schon der erste Tag der restlichen Umgestaltung: Abgesehen vom Chaos auf der Gudesstraße fließt der Verkehr auf der Lüneburger Straße tatsächlich langsamer, Autofahrer brauchen mehr Zeit, um durch die Marktstraßen zu kurven. „Und das schreckt den Durchgangsverkehr ab“, hatte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull jüngst auf einer Bürgerversammlung zu diesem Thema festgestellt. Dieser Verkehr soll künftig mehr über den Innenstadtring gelenkt werden, dafür sei dieser so hergerichtet worden.

Die Kommunalpolitik diskutiert derweil längst, das Tempo-10-Experiment noch weiter auszubauen: Am nächsten Dienstag, 21. Juni, beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtplanung mit einem Vorschlag der Verwaltung, auch in der Rademacher- und der Schmiedestraße die neue Verkehrsführung einzuführen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus.

Von Thomas Mitzlaff

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