Förderung für Feldblumen-Streifen wird begrenzt / Kreisimkermeister will Ausbau statt Deckelung

Blüht Bienen Nahrungsnot?

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Mit Blühsstreifen wird den Bienen ein Nahrungsangebot auch im Sommer und Herbst gemacht. So suchen sie sich nicht Alternativen, wie den verunreinigten Zucker, der für sie schädlich ist.

Uelzen/Landkreis. Im Frühjahr ist der Tisch für Bienen reich gedeckt, im Sommer und Herbst müssen sie sich beschränken. Der Grund: Ist die Blüte vorbei, fällt es den Insekten schwerer, sich die Bäuche vollzuschlagen.

Ein von der EU gefördertes Programm, bei dem Landwirte Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie Ackerflächen als sogenannte Blühstreifen stehen lassen, sollte das Nahrungsangebot für Bienen sicherstellen, dabei gleichzeitig auch Tieren als Rückzugsgebiet dienen – Vögel nutzen sie als Brutplätze. Nun hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium für die neue Förderperiode – nachdem es schon ein Programm zu Förderung des Eiweißpflanzenanbaus gestrichen hat (AZ berichtete) – auch dieses Projekt auf den Prüfstand gestellt und sich entschieden, dass Landwirte maximal zehn Hektar als Blühstreifen anmelden dürfen. Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) begründet den Schritt mit einer für ihn bedenklichen Entwicklung: So hätten Landwirte in den vergangenen Monaten komplette Ackerflächen als Blühstreifen angemeldet. Die Brachlegung ganzer Betriebe sei nicht im Sinne des Förderprogramms, sagt Christian Meyer.

Uelzens Kreisimkermeister Hermann Hilmer vermag zwar die Argumentation des Ministers verstehen, kann die Entscheidung im Grundsatz aber nicht gutheißen. Denn anstatt das Blühstreifen-Programm zu deckeln, sollten lieber noch mehr Landwirte in der Region für das Programm begeistert werden. „Es gibt zu wenige Blühstreifen“, sagt der Imker.

Von Norman Reuter

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