Blitzer bestehen Feuertaufe

Kai-Erik Friese, Leiter des Eichamtes Lüneburg-Stade, überprüfte gestern die beiden neuen Blitz-Säulen auf der B 71 bei Groß Süstedt. Sein Urteil: „Alles in Ordnung.“

Uelzen/Groß Süstedt - Von Bernd Schossadowski. Der schnellste Autofahrer war gestern Vormittag mit 110 Kilometern pro Stunde unterwegs, der langsamste mit 70. Doch noch haben Temposünder auf der Bundesstraße 71 bei Groß Süstedt keine Konsequenzen zu befürchten. Die beiden computergesteuerten Messanlagen, die dort vor wenigen Tagen in der 100er-Zone aufgestellt wurden, sind nämlich noch nicht scharf gestellt. „Erst ab Mitte nächster Woche wird dort geblitzt“, kündigt Bernd Hayduk, Leiter des Kreis-Straßenverkehrsamtes, an.

Gestern bestanden die beiden jeweils drei Meter hohen Stahl-Säulen ihre Feuertaufe: Das Eichamt Lüneburg-Stade untersuchte vor Ort, ob die Blitzer, die etwa 600 Meter voneinander entfernt zu beiden Seiten der Bundesstraße stehen, auch korrekt arbeiten. Drei Sensoren auf der Fahrbahn messen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Die drei dabei ermittelten Werte dürfen maximal zwei Stundenkilometer voneinander abweichen, ansonsten ist die Messung ungültig. Doch das war bei der gestrigen Eichung nicht der Fall. „Alles in Ordnung. Die Abweichungen betragen genau null. Besser kann es nicht sein“, lautete das Fazit von Eichamt-Leiter Kai-Erik Friese.

Zusammen mit Hans-Jürgen Mohr von der Herstellerfirma der Säulen überprüfte er per Laptop die Funktionstüchtigkeit der Mess-Anlagen. Diese bestehen zurzeit nur aus dem Stahlgehäuse und Stromanschlüssen. Erst in den kommenden Tagen werden darin Kamera, Geschwindigkeitsmessgerät und ein elektronisches Bedienteil installiert. Integriert ist auch ein kleiner Chip, auf dem die Daten der Temposünder gespeichert sind, um anschließend im Kreishaus ausgewertet zu werden.

Bis Mitte nächster Woche sollen an vier weiteren Standorten im Kreis Uelzen die neuen Mess-Säulen betriebsbereit sein: auf der Ortsdurchfahrt von Oetzfelde (einseitig in Richtung Uelzen), auf der B 4 in Breitenhees (einseitig in Richtung Uelzen), auf der L 253 am Sasendorfer Kreuz (einseitig in Richtung Bad Bevensen) und auf der B 493 bei Zarenthien (beidseitig).

Nach den Worten von Amtsleiter Hayduk betragen die Gesamtkosten für alle sieben neuen Anlagen rund 400 000 Euro, einschließlich der technischen Nachrüstung der bestehenden Blitzer in Wellendorf und Breidenbeck. Doch die Anschaffung könnte sich schon bald rentiert haben, denn Hayduk rechnet mit zusätzlichen Einnahmen aus den neu installierten Anlagen von etwa 800 000 Euro pro Jahr.

Werden Temposünder erwischt, leuchtet ein oranges Blitzlicht auf. Das passiert aber nicht automatisch ab dem ersten zu schnell gefahrenen Stundenkilometer. Vielmehr gibt es bei allen Anlagen eine Tempo-Toleranz. „Wir wollen uns nicht Abzocke nachsagen lassen“, erklärt Straßenverkehrsamt-Mitarbeiter Stephan Kastner.

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