Marktcenter-Bau: Nach Absage des letzten Elektromarktes herrscht in der Politik reichlich Frust

„Es bleibt uns nur die Hoffnung“

+
Die St.-Marien-Kirche in Sichtweite: Am Veerßer Tor entsteht derzeit das Uelzener Marktcenter.

Uelzen. Nach dem Aus für die Ansiedlung eines Elektromarktes im neuen Uelzener Marktcenter hofft die Politik auf Schadensbegrenzung.

„Der Investor HBB ist jetzt in der Pflicht und ich erwarte, dass uns nun ein neuer vernünftiger zweiter Ankermieter präsentiert wird“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Knust auf Nachfrage der AZ. Bei seinem CDU-Kollegen Stefan Hüdepohl war das Frustpotential deutlich höher: „So wie das gelaufen ist, bleibt uns jetzt eigentlich nur die Hoffnung, dass es doch noch eine vernünftige Lösung gibt“, sagte er.

Diese Woche diskutierte der städtische Verwaltungsausschuss in nicht öffentlicher Sitzung über die Hiobsbotschaft aus Hamburg. Der dort ansässige Investor HBB hatte zuvor mitgeteilt, dass er keinen Elektrofachmarkt als Ankermieter für das derzeit im Bau befindliche Marktcenter gefunden habe. Ein solcher aber war zentraler Punkt der Ausschreibung, bei der HBB den Zuschlag bekommen hatte.

Um keinen Vertragsbruch zu begehen, sei der Investor nun verpflichtet der Stadt darzulegen, warum es „faktisch unmöglich“ war, einen Elektrofachmarkt für das Marktcenter zu bekommen, betonte Bürgermeister Jürgen Markwardt. Allerdings hat kaum jemand Zweifel, dass die Projektgesellschaft dies hinbekommen wird.

Und auf eine Klage wegen Vertragsbruchs wird es die Stadt ohnehin nicht ankommen lassen. „So ein Rechtsstreit würde Jahre dauern, Millionen kosten und der Ausgang wäre ungewiss“, beschreibt Hüdepohl, von Beruf Rechtsanwalt, das für die Stadt indiskutable Szenario. „Einen Prozess kann ich mir nicht vorstellen“, bestätigt auch Klaus Knust. Zumal in dieser Zeit ein Stillstand auf der Baustelle drohen würde, auf der die Betonstelen schon in die Höhe wachsen. Theoretisch kann HBB die Arbeiten für Jahre ruhen lassen, denn im Vertrag mit der Stadt wurde kein verbindlicher Fertigsstellungstermin festgelegt.

Bleibt die Hoffnung, dass es neben dem ersten Ankermieter (Verbrauchermarkt Rewe) doch noch ein „Zugpferd“ im neuen Marktcenter gibt – denn das war eigentlich ein zentraler Punkt der Stadtentwicklungs-Planung. Laut Vertrag darf es sich dabei um keine „Innenstadt gefährdenden Geschäfte“ handeln, erklärt Markwardt – doch auch da gibt es viel Ermessensspielraum.

Der Investor soll nun ein Alternativkonzept vorlegen, diePolitik muss diese Änderung formell noch genehmigen – „nach unserer Rechtsauffassung zumindest“, ist der Bürgermeister da mittlerweile auch schon vorsichtig.

Von Thomas Mitzlaff

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare