Nach Sperrung des Bohldamm-Tunnels: Lange Staus auf der Karlstraße und am Uhlenköper-Park

Blechlawinen auf Schleichwegen

„Dreimal so viele Fahrzeuge wie vorher“: Seitdem der Bohldamm-Tunnel saniert wird, wälzt sich der Verkehr unter anderem über die Karlstraße. Viele Autos ignorieren zudem die Umleitung und fahren eine Abkürzung über das Gelände des Uhlenköper-Parks. Foto: Wendlandt

Uelzen. Wenn Markus-Matthias Ahrend morgens seine Arbeit als Betreuer in der IDA-Werkstatt an der Karlstraße beginnt, muss er über die Geräuschkulisse vom nahegelegenen Uhlenköper-Park schmunzeln. „Da oben ist richtig was los.

Schon um halb acht hört man die Autofahrer hupen und schimpfen“, erzählt er und schüttelt ungläubig den Kopf.

Seitdem die Stadt am 4. Oktober den Bohldamm-Tunnel wegen Sanierungsrabeiten gesperrt hat, suchen sich die Autofahrer einen Schleichweg in Richtung Bahnhof. Und so wälzen sich Tag für Tag die Blechlawinen über den Parkplatz des Einkaufszentrums – von der Einfahrt an der Karlstraße bis zur Ampel an der Einmündung zur Bahnhofstraße.

Dabei führt die von der Stadtverwaltung ausgewiesene Umleitung gar nicht am Uhlenköper-Park vorbei. Stattdessen sollen die vom Bohldamm kommenden Autos über die Karlstraße fahren, an deren Ende nach rechts in die Dieterichsstraße abbiegen und schließlich nach links auf die Luisenstraße und von dort auf die Bahnhofstraße schwenken. Doch dieser Umweg ist den meisten Autofahrern offenbar zu weit. Sie nutzen stattdessen die Abkürzung über den Parkplatz des Einkaufscenters.

Die Anlieger der Karlstraße betrachten die Verkehrsbelastung mit Sorge. „Seitdem der Tunnel gesperrt ist, haben wir hier etwa dreimal so viele Fahrzeuge wie vorher“, kritisiert Ahrend. „Das geht von morgens bis abends, manchmal gibt es hier richtig lange Staus.“ Für den IDA-Mitarbeiter und seine Werkstatt-Kollegen bedeutet das nicht nur eine zusätzliche Lärmbelastung, sondern auch längere Wartezeiten. „Man kommt wegen der Fahrzeugschlangen ganz schlecht aus unserer Einfahrt raus“, hat Ahrend festgestellt. Besonders schlimm sei das während des Berufsverkehrs morgens um 7.30 Uhr, aber auch ab 9 Uhr, wenn zahlreiche Kunden zum Einkaufen in den Uhlenköper-Park fahren.

Carola Körtke, Anwohnerin der Karlstraße, ärgert sich ebenfalls über die Fahrzeugschlangen vor ihrem Haus. „Letzten Freitag hatten wir hier Total-stau. Da ging gar nichts mehr“, berichtet sie und zeigt auf die Pflanzinseln auf der Karlstraße: Die sollen zwar den Verkehr beruhigen, führen derzeit aber zu zusätzlichen Verstopfungen auf der Fahrbahn. „Neulich habe ich mit dem Auto mindestens fünf Minuten gebraucht, um die Karlstraße zu passieren“, erzählt Carola Körtke. „Das ging nur stoßweise, und ständig hat jemand gehupt.“

Das gleiche Bild herrscht zu Stoßzeiten auf der Luisenstraße und – in umgekehrter Fahrtrichtung – auf der Alewinstraße. „Da gibt‘s Chaos“, hat Jochen Brockschnieder aus Holdenstedt festgestellt, der dort täglich mit dem Auto unterwegs ist. Vor dem Umbau des Bohldamm-Tunnels hat er für den Weg von seinem Wohnort zum Uelzener Bahnhof sieben Minuten gebraucht. „Jetzt dauert das zehn bis 15 Minuten länger“, ärgert er sich. Ein ähnliches Problem hat Brockschnieder an der Bahnhofstraße ausgemacht. Autos, die vom Bahnhofsvorplatz nach links in Richtung Innenstadt abbiegen wollen, kommen mitunter gar nicht auf die Kreuzung, weil diese mit Fahrzeugen aus dem Sternviertel verstopft ist.

Die Stadt werde die Situation am Uhlenköperpark intensiv beobachten, sagt Pressesprecherin Ute Krüger gegenüber der AZ. Bisher seien bei der Verwaltung aber noch keine Beschwerden über die Staus eingegangen. „Die Umleitungen aufgrund der Sperrung des Bohldamm-Tunnels sind deutlich ausgewiesen. Wir möchten an alle Verkehrsteilnehmer appellieren, diese auch zu nutzen.“ Doch wenn eine viel befahrene Straße wie der Bohldamm gesperrt werde, lasse es sich nie ganz verhindern, dass der Verkehr auch außerhalb der Umleitungsstrecke zunehme.

Von Bernd Schossadowski

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