Kinder pflanzen Wunschbaum / Metronom und Stadtwerke spenden

Blätterwald trotzt dem Frost

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Jetzt Baumpate werden: In den Zügen des Metronoms können Interessierte für fünf Euro eine Patenschaft eingehen. Als Dank gibt es Flyer und ein symbolisches grünes Filzherz.

Uelzen. Dort, wo ansonsten idyllische Stille herrscht, hallten gestern Vormittag glockenhelle Stimmen durch den Wald. Mädchen und Jungen des Kindergartens an der Zimmermannstraße hatten sich aufgemacht, um im Vorfeld der „Blätterwald“-Kampagne ihren Wunschbaum zu gestalten.

Begleitet wurden die Kinder von einem echten Experten – Förster Jörg Becker. Er erklärte den ebenso neugierigen wie aufgeregten Waldgästen die unterschiedlichen Baumarten und das spannende Innenleben des Waldes.

Dies wird auch im Mittelpunkt stehen, wenn am kommenden Sonntag, 7. April, die niedersachsenweite Aktion in Uelzen Station macht. Dann können interessierte Gäste auf der etwa einen Hektar großen Fläche im Wald am Königsberg selbstständig Bäume pflanzen und gleichzeitig für fünf Euro Baumpaten werden.

Hintergrund der Kampagne: Auf Initiative des gemeinnützigen Umweltschutzvereins Trinkwasserwald und in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Unterstützern aus der Wirtschaft entstehen 2013 zwölf „Blätterwälder“. Bei jeder Aktion werden gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort Nadelwälder mit Laubbäumen unterpflanzt. Ziel der langfristig angelegten Kampagne ist aktives gemeinsames Handeln für die Natur – und mehr Trinkwasser. Denn ein Laubmischwald generiert, im Gegensatz zu Nadelwald, deutlich mehr sauberes Grundwasser: Im Bundesmittel pro Hektar bis zu 800 000 Liter – und das jedes Jahr neu.

Von den örtlichen Unternehmen hat sich in Uelzen bereits die Metronom Eisenbahngesellschaft mit einer Spende von 2 000 Bäumen an der Aktion beteiligt. Und auch die Stadtwerke werden am Sonntag mit Mitarbeitern und Muskelkraft im Wald aktiv sein. Das Energieunternehmen hat angekündigt, für 500 Bäume die Patenschaft zu übernehmen und diese auch in die Erde zu bringen. Dies wird in Uelzen definitiv möglich sein. Förster Jörg Becker auf AZ-Nachfrage: „Wir haben den Boden gepflügt und aufbereitet, sodass alle Beteiligten mit dem Spaten trotz des langen und frostreichen Winters gut pflanzen können.“ Während die Erwachsenen am Sonntag fleißig sein werden, brachten die Mädchen und Jungen des Kindergartens an der Zimmermannstraße gestern schon ihre Wünsche an einem der älteren Laubbäume an. Per buntem Band wurden die Wünsche im Wald verewigt. Während sich Yannik ein Nintendo wünschte, formulierte es Emely etwas direkter: „Ich wünsche mir Geld.“ Laura dagegen wäre bereits mit einem Eis („Aber Zitrone und Cola“) wunschlos glücklich zu machen.

Der Förster selbst ließ sich bei seinem Wunsch nicht lumpen und sprach zweifellos der Mehrzahl der Bürger aus dem Herzen: „Ich wünsche mir, dass es endlich warm wird. Und wir einen richtig schönen Sommer bekommen.“ Worte, bei denen Försterhund „Loki“ wie auf Kommando heftig mit dem Schwanz wedelte . . .

Von Andreas Becker

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