„BKA-Trojaner“ sperrt PCs

Diese Meldung ist nicht vom BKA und wird Nutzern von infizierten Rechnern angezeigt. Schuld daran ist der so genannte „Ukash-BKA-Trojaner“. Auch zahlreiche Uelzener sind betroffen. Foto: Avira

Uelzen/Landkreis. Die dreiste Abzocke mit dem mittlerweile schon berüchtigten „Ukash-BKA-Trojaner“ (AZ berichtete) hat jetzt auch den Landkreis Uelzen erreicht. „Es handelt sich um Computerbetrug im Zusammenhang mit Erpressung“, erläutert Reinhard Vogel, Leiter der Betrugsabteilung des Uelzener Polizeikommissariats, die Abzocke.

Bisher liegen der Kripo Uelzen fünf Anzeigen vor. „Die Dunkelziffer wird immens höher sein“, vermutet Vogel. Die Erpresser nutzen nämlich häufig die Scham der Computernutzer aus.

Der PC-Schädling sperrt das Betriebssystem der Opfer und behauptet in einer Warnmeldung im Namen des Bundeskriminalamtes (BKA), „ein Vorgang illegaler Aktivitäten“ sei erkannt worden – dem Anwender wird unter anderem der Besitz von Pornographie vorgeworfen. Sollte das Opfer eine Strafzahlung verweigern, werde „die Festplatte gelöscht“, heißt es weiter.

Nicht selten erkennt der Trojaner, wenn Nutzer vor oder nach dem Infekt auf Seiten mit pornografischen beziehungsweise erotischen – jedoch nicht illegalen – Inhalten war. „Das ist den Betrugsopfern dann natürlich peinlich“, sagt Vogel. Daher stamme auch die verhältnismäßig geringe Anzahl der Strafanzeigen, so der Kripo-Beamte.

Die Polizei rät deshalb allen, die sich viel im Internet bewegen, dort Bekanntschaften pflegen oder gar Geldgeschäfte abwickeln, sich dringend ausreichend über entsprechende Schutzmaßnahmen gegen das Ausspionieren der eigenen Daten zu informieren. „Da lohnt es sich durchaus, einige Euros zu investieren“, empfiehlt Vogel.

Auch sollte die Software zum Schutz des eigenen Computers, wie Virenscanner und Firewalls, stets auf dem neuesten Stand gehalten werden. Die meisten kostenlosen und kostenpflichtigen Antivirenprogramme bieten bereits Updates mit der entsprechenden Gegenwehr an. Meist werden diese automatisch auf die Rechner aufgespielt.

Vogel: „Zwar kann man auch dadurch keine 100-prozentige Sicherheit erreichen“, erklärt Vogel, „die Chancen, Opfer von Trojanern und ähnlichen PC-Schädlingen zu werden, sinkt jedoch erheblich.“ Wann die Bedrohung durch den „Ukas-Trojaner“ vollständig gebannt ist, ist derzeit noch unklar.

Von Michael Koch

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