Schwieriger Abtransport wird für Bauern teuer

Rüben teils noch in der Erde: Bittere Zuckerkampagne

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Die Bedingungen bei der Ernte von Zuckerrüben waren in dieser Kampagne äußerst schwierig. Erntemaschinen sanken ein, Lkws konnten die Früchte nicht abtransportieren.

Uelzen/Landkreis. Sechs Tage bis zum Ende der Zuckerkampagne – und unklar ist, ob alle Lieferbetriebe ihre Zuckerrüben noch rechtzeitig nach Uelzen schaffen können.

Wegen der enormen Niederschläge in den vergangenen Monaten konnten bislang nicht alle Felder der Lieferbetriebe abgeerntet werden, so Georg Sander, der bei Nordzucker für die Rübenbeschaffung zuständig ist.

Letzter Liefertag ist kommenden Mittwoch. Besonders betroffen seien Landwirte aus Schleswig-Holstein, die ihre Zuckerrüben womöglich anderweitig vermarkten müssten. Dort waren zuletzt noch rund 100 Hektar abzuroden. Sander spricht von einer Situation, die dem einzelnen Landwirt „sehr weh tun könnte“.

Wenngleich in der hiesigen Region bis Weihnachten alle Rüben aus der Erde geholt werden konnten, die Uelzener Landwirte und die aus dem Norden des Nachbarkreises Gifhorn leiden auch unter den Wetterkapriolen der vergangenen Monate. Sie haben sich mit unerwarteten Kosten auseinanderzusetzen. Die feuchten Böden erlaubten teils keinen Abtransport der Früchte durch disponierte Lkw, die eingesunken wären. „Es mussten Traktoren mit Anhänger eingesetzt werden“, sagt Hartmut König, Geschäftsführer des Maschinenrings Uelzen/Isenhagen, im AZ-Gespräch. Das kostet Zeit und Geld – die zusätzlichen Beträge waren von den Anbauern zu tragen, wie König erklärt. Zusätzliche Kosten von bis zu einem Euro je geernteter Tonne seien angefallen. Im Schnitt wurden bei dieser Kampagne je Hektar 73 Tonnen Rüben geerntet, und die Landwirte bestellten durchschnittlich etwa 20 Hektar mit den Hackfrüchten.

Von Norman Reuter

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