Das bittere Schicksal von Momo und Joey

Joey wurde in Ebstorf ausgesetzt – er vermisst die ihm vertrauten Menschen besonders.

Uelzen. „Eigentlich müssten wir einen Aufnahmestopp ausrufen, aber das dürfen wir ja nicht.“ Dass der Tierschutzverein Alarm schlägt angesichts eines überfüllten Tierheims, kommt traurigerweise immer wieder vor.

„Aber so dramatisch wie jetzt war es schon lange nicht“, sagt die Vorsitzende Karin Rothe. Nachdem jüngst mehrere Tiere ausgesetzt wurden, sind jetzt alle zehn Hunde-Boxen belegt. Ein Asyl haben zuletzt Momo und Joey im Tierheim am Kuhteichweg gefunden. Momo ist ein etwa vier bis fünf Jahre alter schwarzer Mischlings-Rüde, den sein bisheriger Besitzer unweit der Uelzener Stadthalle angebunden und zurückgelassen hat.

Momo ist ein schwarzer Mischlings-Rüde – man fand ihn angebunden in der Nähe der Uelzener Stadthalle. Fotos: Privat

Joey ist ein heller Schäferhund-Mischling, auch etwa vier bis fünf Jahre alt, der in Ebstorf angeleint gefunden wurde. „Er vermisst seine vertrauten Menschen und leidet hier richtig“, schildert Rothe. Hinweise über die Herkunft: (0581) 15170. Das Aussetzen von Tieren bereitet – abgesehen vom moralischen Aspekt – dem Tierheim-Team immer viel zusätzliche Arbeit. „Wir müssen mühsam ermitteln, welche Krankheiten das Tier hat, welche Eigenschaften wir beachten müssen“, schildert Rothe. Im Notfall sei das Tierheim die letzte Anlaufstelle, „aber es ist doch wohl zumutbar, dann mit uns rechtzeitig Verbindung aufzunehmen“.

Sorge bereitet der Vorsitzenden der Umstand, dass vor allem viele ältere Hunde, die somit schwer vermittelbar sind, die Boxen belegen. Rothe appelliert deshalb an Interessenten, ältere Tiere nicht von vorneherein auszuschließen: „Gerade diese Hunde haben Charakter und machen auch noch jahrelang Freude“, betont sie.

Von Thomas Mitzlaff

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