Neue Kampagne beginnt

Bis zu 1000 Fahrzeuge liefern täglich Rüben bei Nordzucker in Uelzen an

Die Menge der Zuckerrüben, die per Zug nach Uelzen transportiert und hier verarbeitet werden, soll über die nächsten drei Jahre bis auf 75.000 Tonnen ausgebaut werden.
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Die Menge der Zuckerrüben, die per Zug nach Uelzen transportiert und hier verarbeitet werden, soll über die nächsten drei Jahre bis auf 75.000 Tonnen ausgebaut werden.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Am Dienstag (13.9.) werden die ersten Rüben in die Nordzucker-Fabrik Uelzen geliefert. Damit beginnt die neue Kampagne, die bis Mitte Januar dauern wird. Pro Tag werden im Schnitt mehr als 19.000 Tonnen zu Zucker verarbeitet. Die Verantwortlichen gehen von einer leicht überdurchschnittlichen Ernte aus. 

Uelzen – Auf einer Anbaufläche von etwa 10.000 Hektar sind allein im Landkreis Uelzen seit Mitte März oder spätestens seit Anfang April die Zuckerrüben gereift, sodass sie nun nach und nach geerntet werden können. Und damit beginnt im Werk Uelzen von Nordzucker am Dienstag (13.9.) offiziell die Zuckerkampagne, die wieder 120 bis 125 Tage dauern wird.

Im Zeitraum bis Mitte Januar werden mutmaßlich jeden Tag 19.400 Tonnen Rüben verarbeitet. Damit liegt die kalkulierte Rübenmenge bei 2,44 Millionen Tonnen. „Wir erwarten zwischen 970 und 1000 Fahrzeuge pro 24 Stunden, die uns immer von 0 Uhr am Montag bis um 21 Uhr am Sonnabend anfahren“, blickten Werksleiter Dr. Mathias Böker und Georg Sander, Leiter des Agricenters (Landwirtschaftlicher Bereich), gestern beim Besuch der AZ voraus.

38 Züge kommen aus Brunsbüttel und Jübek

Die Rüben kommen aber nicht nur auf der Straße nach Uelzen, sondern auch wieder über die Schiene. Insgesamt 38 Züge mit jeweils 78 Containern oder 1600 Tonnen rollen in den Hafen der Hansestadt – der erste bereits am kommenden Dienstag, und zwar aus Brunsbüttel. Etwa 10.000 Tonnen kommen in dieser Kampagne von dort über die Schiene, weitere 50.000 Tonnen wieder von der Verladestation im schleswig-holsteinischen Jübek.

Damit ist klar: Nordzucker steigert den Transport per Zug von 40.000 auf 60.000 Tonnen. Für insgesamt drei weitere Jahre hat das Unternehmen, das in Uelzen während der Kampagne etwas mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt, Verträge für die Rübenanlieferung per Bahn mit der Eisenbahngesellschaft Potsdam und mit der Hafengesellschaft abgeschlossen.

Anwohner möglichst wenig belästigen

Am Ende sollen dann bis zu 75.000 Tonnen in Waggons transportiert werden. „Unser Ziel ist es, dieses System weiter mit den gleichen Partnern zu testen und auszubauen. Dafür sind wir guter Dinge“, betonten Böker und Sander, die in der ersten Januar-Woche 2022 mit dem letzten Rübenzug rechnen. Im Hinblick auf die Gesamtmenge der Zuckerrüben sei der Anteil zwar nach wie vor gering, aber er sei ein Anfang.

Mit dem Beginn der Anlieferungsphase im Werk Uelzen bemüht sich Nordzucker verstärkt darum, alle Fahrer dazu zu animieren, gerade nachts sowohl beim Laden der Rüben als auch beim Anliefern langsam zu fahren und Anwohner so möglichst wenig zu stören. „Wir sprechen sämtliche Fahrer auf dem Rübenhof an, jeder bekommt einen Flyer und wird aufgeklärt. Wir bemühen uns wirklich darum, den Bereich Verkehr und Logistik so geräuschlos wie möglich abzuwickeln, bitten aber dennoch alle Menschen um Verständnis, falls es mal lauter wird“, so Werksleiter Dr. Böker.

Kalkofen wird am Freitag gezündet

Die ersten konventionellen Rüben sind am Sonntag gerodet worden und kommen heute an. Morgen werden sie geschnitten – dann geht es, sobald Kessel- und Turbinenanlage laufen und der Kalkofen am Freitag gezündet ist, zur Verarbeitung in die Fabrik.

Acht Liefergemeinschaften mit mehr als 1600 angeschlossenen Landwirten bringen ihre Zuckerrüben nach Uelzen, die nach einem „schwierigen Frühjahr“ (Sander) mit einer längeren Kältephase von April bis Mitte Mai ordentlich gewachsen sind: „Die Zuckerrübe ist wirklich eine ganz besondere Frucht, ein Kraftwerk der Natur, das viel kompensieren kann, wenn das Wetter passt“, sagt Georg Sander.

Besuchergruppen wird Nordzucker pandemiebedingt in dieser Kampagne noch nicht begrüßen können – „hoffentlich zum letzten Mal“, betont Dr. Böker.

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