Raus aus dem Winterschlaf

Hot Birds rocken nach Corona-Pause das Neue Schauspielhaus

Super Stimmung trotz Stühle(auseinander)rückens: Die Hot Birds waren nach eigenem Bekunden „heiß“ auf den Auftritt und ließen es rocken.
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Super Stimmung trotz Stühle(auseinander)rückens: Die Hot Birds waren nach eigenem Bekunden „heiß“ auf den Auftritt und ließen es rocken.

Uelzen – „Sie haben aber eine originelle Maske auf“: Schon beim Empfang im „Neuen Schauspielhaus“ an der Rosenmauer zeigt sich, dass Kultur zurzeit etwas anders funktioniert.

Das überhaupt etwas funktionierte, war in erster Linie dem Engagement des Vereins und natürlich dem unbedingten Willen der „Hot Birds“ zu verdanken, die am vergangenen Sonnabend im Schauspielhaus ihren ersten Auftritt seit Januar hatten – seinerzeit spielte man indes im „Kocki’s“.

„Wir befinden uns in einer sehr merkwürdigen Zeit und sind heiß darauf, endlich wieder aufzutreten“, begrüßte Sängerin Patricia Butt die Gäste und Ehemann Thomas witzelte: „Ja, die lange Zeit der Dürre ist endlich vorbei, aber bei uns hat sich in der Corona-Zeit auch so einiges verändert, wir spielen nämlich jetzt Klassik“. Dem war natürlich nicht so, denn gleich zu Beginn zeigte sich mit „The house is rockin“ und „Peggy Sue“ unmissverständlich, wofür die Hot Birds stehen, nämlich feinsten Rock ‘n’ Roll und Rockabilly mit einem Schuss Country & Western und gewürzt mit einem Spritzer alter Schlagerhits.

Eigentlich sollte der Auftritt auf der Außenbühne im hauseigenen Garten stattfinden, aber da beim Aufbau dunkle Wolken aufzogen, entschied man sich zum Schutz der Instrumente letztlich doch für eine Verlegung in den Innenbereich. Verständlich aber schade, denn aufgrund der geltenden Abstandsregeln fanden nun nicht mehr alle Gäste einen Platz. „Ausverkauft“ hieß es schon lange vor Konzertbeginn, denn das Interesse war groß. So groß, dass sogar Besucher aus Hannover, Wolfenbüttel, Wolfsburg und Hamburg registriert wurden. Das Lied „Rockabilly Rebel“ nutzte die Band, um sich anhand kleiner Soloeinlagen vorzustellen (aber wer kennt sie eigentlich nicht?) und bei „Ich will keine Schokolade“ erwies sich wieder einmal dass Patricia, die nach der Pause die Band komplettierte, eine echte Bereicherung ist.

Aber auch Heiko Barz (Kontrabass) präsentierte sich bei „Ghostriders in the Sky“ als absolut stimmgewaltig. Es folgen „Tainted Love“, „Schöner fremder Mann“ (nein den Wendler singen wir nicht), und mit „Rock this Town“, „Motorbiene“ und „Devil in Me“ als Zugaben endete ein wie immer tadelloser Auftritt mit viel guter Laune. Aber: „Es kommt ja jetzt erst mal wieder nichts – die Hot Birds gehen wieder in den Winterschlaf“, sagt Thomas Butt mit Bedauern. „Im Schauspielhaus in Uelzen funktioniert das, ich weiß auch nicht, warum das anderswo nicht so ist“.

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