CDU- und UWG-Antrag zur Schullandschaft stößt auf Kritik

„Bildungspakt“ für den Landkreis Uelzen?

CDU und UWG machen sich dafür stark, dass Gelder bereitgestellt werden, damit die Digitalisierung im Unterricht vorangetrieben werden kann.
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CDU und UWG machen sich dafür stark, dass Gelder bereitgestellt werden, damit die Digitalisierung im Unterricht vorangetrieben werden kann.

Uelzen/Landkreis – Es war aus Sicht von CDU und UWG ein wichtiges Gespräch: Ende August sei es zu einer Runde mit den Oberschulen im Landkreis gekommen, berichtet Karsten Jäkel, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag.

Die Schulleiter hätten ihre Sicht geschildert – vor welchen Herausforderungen sie nach dem Aufbau ab 2011 gestanden hätten und wie sehr sie nach 2015 auch mit dem Thema Integration beschäftigt gewesen seien.

Karsten Jäkel ist nach diesem Gespräch zum Ergebnis gekommen: „Die Oberschulen haben ihre Hausaufgaben gemacht“. Nun müsse ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, in Ruhe weiterzuarbeiten, sagt er. Und die CDU, zusammen mit der UWG im Kreistag, will ihnen diese Zeit geben.

„Mehrjährige Unruhe im System“

In der Debatte um die Zukunft der Schullandschaft im Landkreis Uelzen sprechen sich die beiden Fraktionen für den Erhalt der bisherigen Schulen für mindestens sieben Jahre aus. Der Antrag dazu heißt „Bildungspakt“.

Zusätzlich sollen Gelder für eine bessere Ausstattung der Schulen bereitgestellt werden. Zudem sei eine Broschüre zu erstellen, mit deren Hilfe sich Eltern auch besser orientieren könnten, welche Schulangebote es gibt. Denn, so argumentieren CDU und UWG, in der jetzigen Schullandschaft gebe es bereits die von Eltern gewünschten integrativen und klar nach Leistungsvermögen gegliederten Schulangebote. Dafür eine neue Schule zu schaffen, bringe nur eine „mehrjährige Unruhe“ ins System.

„Weiterentwicklung mit Augenmaß“

Außerdem würden damit Schulstandorte in der Fläche gefährdet. Mit einer IGS bluteten Schulen aus, meint Hans-Heinrich Weichsel, Fraktionsvorsitzender der CDU. Man stehe für „Kontinuität“ und „Weiterentwicklung mit Augenmaß“, so die beiden Fraktionen in ihrem Papier.

Vertreter anderer Fraktionen im Kreistag können bei solchen Aussagen kaum an sich halten. Heiner Scholing (Grüne), Befürworter einer Integrierten Gesamtschule (IGS), sagt gestern: Mit diesem Antrag werde Schulentwicklung auf die lange Bank geschoben und die Elternbefragung außer acht gelassen. Auch Andreas Dobslaw von der SPD äußert sich: „Man kann nicht einfach den Elternwillen wegwischen. Das geht nicht.“

Bei einer Elternbefragung im Herbst 2019 hatten sich rund 70 Prozent der Teilnehmer für eine Realschule im Landkreis und 59 Prozent für eine IGS ausgesprochen. Doppelnennungen waren möglich. Es ist dieses Detail, weswegen die CDU und UWG ihre Schwierigkeiten mit der Umfrage haben, wie sie jetzt erklären. Die Politik habe gesagt, sie könne die Fragen selbst formulieren, erinnert Jäkel. Nachträglich stelle sich die Frage, ob dies der richtige Weg gewesen sei.

Hat die CDU die Umfrage schon immer als schwierig erachtet? Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse Anfang dieses Jahres forderte sie zunächst eine Realschule im Landkreis und bezog sich dabei auf die Elternbefragung. Der Antrag wurde später zurückgezogen.

„IGS soll verhindert werden“

Heiner Scholing berichtet davon, dass die Bögen zur Elternbefragung mit der Landesschulbehörde abgestimmt worden seien. „Da steckt viel Arbeit drin.“ Nur weil einem etwas nicht genehm sei, könne man es nicht wegdrücken, meint der Grünen-Politiker. Wer so vorgehe, der dürfe sich über Politikverdrossenheit nicht wundern. „Hier soll eine IGS verhindert werden“, urteilt Scholing.

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