Großer Andrang

Bilanz in Uelzen: Kein Warten auf die Kunden

Ein Niesschutz schützt die Angestellten der Buchhandlung Thalia. Am Tag eins erlebte das Geschäft großen Zuspruch. Zutritt erhalten Kunden nur mit einem der abgezählten Einkaufskörbe.
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Ein Niesschutz schützt die Angestellten der Buchhandlung Thalia. Am Tag eins erlebte das Geschäft großen Zuspruch. Zutritt erhalten Kunden nur mit einem der abgezählten Einkaufskörbe.

Uelzen – Juweliere, Boutiquen, Fahrradläden: Nach gut vier Wochen Zwangspause läuft seit gestern wieder der Verkauf in Geschäften – unter Auflagen. Eine Bilanz zum ersten Tag.

Großer Andrang herrschte gleich zur Wieder-Eröffnung beim Expert-Fachmarkt für Elektronik: „Es war richtig was los“, beschreibt Marktleiter Thorsten Meyerhoff: „Der größte Andrang herrschte in den Bereichen Telekommunikation und PC.“

Bis zu einer Stunde Wartezeit hätten die Kunden in Kauf nehmen müssen – klaglos. Allerdings habe man im Kassenbereich immer wieder auf den zu haltenden Abstand von zwei Metern hinweisen müssen.

Die Expert-Wiedereröffnung war möglich, weil die Verkaufsfläche derzeit auf 800 Quadratmeter reduziert wurde. Das ist die gesetzte Quadratmetergrenze, bis zu der in der Corona-Krise Läden nun wieder öffnen dürfen. Meyerhoff: „Wir haben einzelne Bereiche herausgenommen. Die CD-Abteilung ist derzeit beispielsweise nicht zugänglich.“

Am Tag eins erlebte auch die Buchhandlung Thalia einen großen Zuspruch. „Es ist ein stetiger Strom“, sagt Geschäftsführerin Urte Eilers. Ein Niesschutz sorgt für den nötigen Abstand, während abgezählte Einkaufskörbe die Zahl der Kunden im Laden regeln. Viele Kunden legen sich laut Eilers nun einen Vorrat an Büchern ihrer Lieblingsautoren zu, auch Kinder- und Lernbücher sind gefragt,

Sechs Kunden dürfen zugleich in die Spielzeugwelt Goyer. Eine Plexiglasscheibe schützt die Verkäuferinnen.

Zufriedenheit herrschte auch an der Achterstraße – in doppelter Hinsicht. Die Mitarbeiter der benachbarten Geschäfte Jeans Number One und Spielzeugwelt Goyer erlebten einen erfolgreichen „ersten Tag“. Kristina Peters, Inhaberin des Bekleidungsgeschäfts, äußerte sich auf Nachfrage gegenüber der AZ: „Es ist wirklich sehr gut angelaufen. Wir hatten noch gar nicht mit so vielen Kunden gerechnet und daher auch nur verkürzte Öffnungszeiten angeboten.“ Diese würden aber kommende Woche normalisiert, sollte der Andrang gleich bleiben. Streifen wurden als Abstandsmarken auf den Boden geklebt und Desinfektionsmittel stehe auch bereit.

Eine Schutzwand aus Plexiglas trennt die Verkäufer in der Spielzeugwelt Goyer von ihren Kunden. Zudem dürfen immer nur sechs Personen das Geschäft betreten. „Das Kundenaufkommen ist gleichmäßig über den Tag verteilt, bisher musste niemand draußen warten“, verkündet das Verkaufsteam gegenüber der AZ. Beide Belegschaften zeigten sich hochzufrieden über die Umsichtigkeit ihrer Kundschaft – viele kamen auch mit Gesichtsmaske.

Kunden hat auch wieder der Juwelier Cordes an der Veerßer Straße begrüßen können. Wie Inhaberin Gabriele Cordes-Marschall schildert, seien sie vor allem in ihren Laden gekommen, um Batterien in den Uhren tauschen zu lassen. Auch Reparatur-Stücke seien abgeholt worden.

Das Autohaus Wolter hat gestern Vormittag bereits wieder die ersten Autos an Privatleute verkaufen können. Das berichtet Achim Wolter. „Es gab Aufträge für Neuwagen. Das freut uns natürlich.“ Gleichwohl erwartet Wolter, dass noch Wochen vergehen werden, bis sich der Kundenpegel wieder auf dem Vor-Corona-Niveau einpendeln wird. Wobei er betont, dass immer ein sicherer Kauf möglich sei. „Wir haben uns auf die Situation eingestellt“, so Wolter. An den Beratungstischen gebe es Niesschutzwände, und es seien Einwegkugelschreiber besorgt worden.

Bei Expert wird während dessen mit einer Einlasskontrolle dafür gesorgt, dass nicht mehr als 40 Kunden gleichzeitig im Geschäft sind. Eine solche Kontrolle ist im Bikemaster Zweiradcenter mit einer Fläche von etwa 240 Quadratmetern nicht nötig. „Das verläuft sich“, sagt Geschäftsführerin Marion Borchmann. Vorkehrungen sind mit Mundmasken für Verkäufer oder einer Schutzscheibe an der Kasse dennoch getroffen. Borchmann ist froh, den Laden wieder öffnen zu dürfen, die Existenzangst war groß – zumal die Monate März und April wichtig fürs Geschäft seien. Borchmann: „Das, was ich jetzt verloren habe, wird nicht mehr aufzuholen sein.“

VON MICHAEL MICHALZIK, DANIEL BIELING, ANDREAS URHAHN UND NORMAN REUTER

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