Abgefahrene Ideen mit schrägem Humor

Bidla Buh präsentiert Musik-Comedy im Neuen Schauspielhaus

+
Das Publikum im Neuen Schauspielhaus war begeistert: Viele kommen immer, wenn das preisgekrönte Hamburger Trio Bidla Buh zu Gast ist.

Uelzen – „Mehr geht nicht“ – der Titel des Showprogramms galt am Sonntagnachmittag nicht nur für die Künstler, sondern auch für Quantität und Begeisterungsfähigkeit des Publikums im Neuen Schauspielhaus, darunter viele „Wiederholungstäter“, denn das preisgekrönte Hamburger Trio Bidla Buh gastiert bereits von Anfang an in Uelzen.

Nach erfolgreich überstandener musikalischer Führerscheinprüfung inklusive Praxistest mit kleinen Orff-Instrumenten kamen die Gäste schnell in Partystimmung und forderten zum Schluss mehrere Zugaben von den drei Herren in Frack und Zylinder. .

Ob Anti-Vegetarier-Hymne, das makabre Kinderschlaflied vom weißen Hai oder Busen-Blues – die „Brüder“ Hans Torge Bollert, Olaf Klindtwort und Jan-Frederick Behrend geben musikalisch alles, oft mit vollem Körpereinsatz. Von Klassik über Volksmusik bis zu Schlager und Pop reicht ihre Stilvielfalt. Beeindruckend ist auch die Vielfalt der gespielten Instrumente, die manchmal sogar Marke Eigenbau sind – zum Beispiel beim „Blasebalg-Fitnessorchester“.

Abgefahrene Ideen, musikalisches Alleskönnertum, schräger Humor, Selbstironie – dieser Mix macht die Einzigartigkeit.

Pointierte Konferenzen von Sänger, Pfeifkünstler, Multiinstrumentalist und Parodist Bollert gaben dem Programm den letzten Schliff. Als „bellender“ Herbert Grönemeyer oder flapsig mit typischer Udo-Lindenberg-Schnute punktete er beim Uelzener Publikum. Auch der virtuose Gitarrist Klindtwort bekam sein Solo. Warum soll man einen Sechs-Saiter allein spielen, wenn es zu dritt auch geht? Nur der betont blöd dreinblickende Schlagwerker Behrend beklagte sich beim Publikum auf der Ukulele über seine dominanten Brüder und wünschte ihnen Ebola oder Hella von Sinnen an den Hals.

Mit dem Rock’n’Roll-Medley „Rund um de Clock“ und den improvisierten Mitmachteilen zu Bollerts Spiel am Miniatur-Flügel wurde es norddeutsch: „Auf der Lüneburger Heide“ und „Dat du min Leevsten büst“ sang nun der ganze Saal. Grandios auch der „Kleine, grüne Kaktus“ in allen möglichen Variationen: als Kifferlied mit rauchendem Kaktus, russisch mit Fellmütze und Kalinka-Melodie, temperamentvoll als „Gipsy Kings“ und rockig à la Marius-Müller Westernhagen.

Abgefahrene Ideen, musikalisches Alleskönnertum, schräger Humor, Selbstironie – das ist die Mischung, die Bidla Buh einzigartig macht. Bleibt zu hoffen, dass es die drei Westentaschen-Casanovas von der Elbe noch oft an die Ilmenau verschlägt.  kb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare