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BI Trassenwahn fordert bei einer Kundgebung den Ausbau der Bestandstrecke

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Von: Theresa Brand

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Kundgebung der Bürgerinitiative „Kirch- und Westerweyhe DB-Trassenwahn“
 Rund 70 Teilnehmer versammeln sich gestern am Hundertwasser-Bahnhof, um gegen den geplanten Neubau der Bahntrasse zu demonstrieren. © Oliver Huchthausen

 Bei ihrer Kundgebung fordert die Bürgerinitiative „Kirch- und Westerweyhe DB-Trassenwahn“ den Erhalt des Stadtwaldes und den Ausbau der Bestandstrecke. Der Bahnhof in Uelzen soll weiterhin ein wichtiger Knotenpunkt für den Schienenverkehr in Norddeutschland bleiben

Uelzen – „Wir rechnen mit so vielen Leuten die Krach machen, dass man uns bis nach Berlin hört“, zeigt sich Karl-Heinz Günther, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Kirch- und Westerweyhe DB-Trassenwahn“ kurz vor der Kundgebung gestern vor dem Hundertwasserbahnhof optimistisch. Ganz so laut wird es nicht, doch die rund 80 Teilnehmer der Demonstration gegen den Neubau der Bahntrasse durch den Stadtwald geben sich alle Mühe.

Ernst Gerlach, ehemaliger Forstmann des Stadtwaldes, hat für den Anlass extra das Lied „Im Wald und auf der Heide“ passend für Uelzen umgeschrieben und vorab den Text an die Teilnehmer verteilt. Begleitet von seiner Trompete singen alle gemeinsam gegen die Pläne der Bahn. Besonders enthusiastisch wird es am Ende der Strophe als es heißt: „Es hat keinen Zweck – der Trassenwahn muss weg!“

„Ich bin hier, weil ich es´gerne hätte, dass die Bahn sich an den Kompromiss Alpha E hält“, sagt Alexander Fahlke, der für die Kundgebung zum Hundertwasserbahnhof gekommen ist. Eine andere Teilnehmerin meint: „Mir geht es um die Ruhe. Wenn die Trasse kommt, verlieren wir ein wichtiges Stück Naherholungsgebiet.“

Die BI hatte zu der Kundgebung aufgerufen, um erneut gegen eine Neubautrasse mobil zu machen (AZ berichtete). „Der Bahnhof Uelzen ist und soll weiterhin das Drehkreuz des Nordens bleiben“, erklärt Karl-Heinz Günther in seiner Rede. Doch dafür müssten weiterhin IC und ICE in Uelzen halten: „Wir wollen, dass unsere Region nicht abgeschnitten wird“, fordert der BI-Sprecher.

Das bekräftigt auch Bürgermeister Jürgen Markward und fügt hinzu: „Was wir nicht wollen, ist, dass sich ein mündlicher Vertrag so mir nichts, dir nichts in Luft auflöst.“ Man habe sich nicht umsonst im Dialogforum vor mehreren Jahren auf den Ausbau der Bestandsstrecke geeinigt. „Aktuell macht es keinen Sinn, mit der Bahn-AG zu sprechen – die planen ihr Ding. Entscheidend ist der politische Kontakt“, erklärt er. Je stärker sich der Widerstand zeige, desto eher erreiche man eine Wirkung bis nach Berlin.

Und der Widerstand geht weiter: Am 19. November werden an der L 250 Kreuze aufgestellt, die die 64 Meter Breite der Trasse aufzeigen sollen. Am 3. Dezember folgt eine Andacht im Bestattungswald mit Pastor Ulrich Hilmer, am 17. Dezember findet eine Doppelaktion zur Rettung des Wildgatters und für den Wasserschutz statt.

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