Erneut ein Cannabis-Anbauer vor Gericht / Uelzener gibt „Linderung von Gebrechen“ an

Bewährungsstrafe für 45-Jährigen

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Symbolfoto

Uelzen. Ein weiterer Fall von Cannabis-Anbau hat das Amtsgericht Uelzen beschäftigt: Wegen Appetitlosigkeit, Migräne und Gelenkschmerzen hat ein 45-jähriger Uelzener in seiner Wohnung Marihuana für den Eigenverbrauch hergestellt.

So begründete er vor dem Schöffengericht den Anbau von zwölf Pflanzen und die Anschaffung des nötigen Zubehörs. Im Rahmen der Ermittlungen konnte dem Arbeitssuchenden nicht nachgewiesen werden, dass er plante, die Drogen zu verkaufen. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

„Angeklagt ist nicht das Handeltreiben, angeklagt ist das Herstellen von Betäubungsmitteln“, betonte der Vorsitzende Richter Rainer Thomsen. Aus seiner Erfahrung als Richter wisse er jedoch, dass viele Plantagen-Anbauer mit zehn bis zwölf Pflanzen zur Probe begännen. Wenn die Ernte zur Zufriedenheit ausfalle, werde oftmals aufgestockt und die Ernte verkauft.

Ähnlich war es auch bei einer 54-jährigen Frau und ihrem 60 Jahre alten Ehemann, die, wie berichtet, wegen mehrerer Indoor-Plantagen in den Landkreisen Uelzen, Gifhorn und Lüchow-Dannenberg verurteilt worden waren.

Als im vergangenen Februar der Cannabis-Anbau in der Uelzener Wohnung des 45-Jährigen entdeckt worden war, wurden keine Portionstüten für den Verkauf gefunden. Daher müsse man davon ausgehen, dass seine Angaben der Wahrheit entsprächen, so die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte selbst sagte, er habe sich eine Waage zugelegt, damit er wisse, wie lange die Ernte für seinen Konsum ausreiche. Je nach Tagesform habe er zur „Linderung seiner Gebrechen“ ein Viertel bis ein Gramm Marihuana verbraucht. „Ich gehe davon aus, dass das Verfahren eine Lehre war und jetzt Schluss damit ist“, appellierte Thomsen an ihn.

Von Diane Baatani

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