Bis nachts um 3 Uhr geschuftet

Bevenser Landjugend errichtet Dorfgemeinschaftshaus in Bostelwiebeck

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Voller Stolz und Freude stehen die fleißigen Baumeister vor ihrem Werk in Bostelwiebeck. Im Rahmen der 72-Stunden-Aktion der Landjugend wurde das Dorfgemeischaftshaus errichtet.

Bostelwiebeck – „Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss mal nach Bostelwiebeck gehn“, könnte man ein bekanntes Kinderlied frei zitieren, denn was die Landjugend dort in Kürze gebaut hat, verdient Aufmerksamkeit und Respekt.

Hintergrund ist die 72-Stunden-Aktion der Landjugend für ein besonderes Projekt. Das ist eine beispielhafte, bundesweite Sozialaktion, zu der die niedersächsische Landjugend im vierjährigen Turnus aufruft. Im angegebenen Zeitraum erfüllen die angemeldeten Landjugendgruppen individuelle, gemeinnützige Aufgaben, die ihrem Dorf und der Dorfgemeinschaft zugutekommen.

So sollte die Landjugendgruppe Bevensen ein kleines Dorfgemeinschaftshaus mitten in dem kleinen Dorf Bostelwiebeck bauen. Zu Beginn musste geklärt werden, welche nützlichen Fähigkeiten sich unter den 30 Mitwirkenden finden. Erfahrungswerte und Berufe wurden abgefragt. Gibt es Bauzeichner oder Dachdecker?

Glücklicherweise hatte ein Architekt schon eine Zeichnung und das nötige Grundgerüstmaterial bereitgestellt. Also ran an die Arbeit, kompetente Hilfe suchen und loslegen.

Erst das Fundament und Schritt für Schritt ging es weiter. Jeder hatte seine Aufgabe. Ob es nun die Besorgung der reichlich geflossenen Spenden war, das Zusammensammeln von Arbeitsgeräten oder eine Reise nach Plön, um eine ganz besondere Hollywoodschaukel zu besorgen. Einladungen zur Einweihung für die Dorfbewohner mussten auch geschrieben werden. Eine besondere Herausforderung gab es bei dem Bewältigen von Materialengpässen am Wochenende.

„Gearbeitet wurde sogar am Sonnabend bis nachts um 3 Uhr, wir wollten es schaffen“, erzählt Jasmin Meyer, Vorsitzende der Landjugend Bevensen. „Was uns sprachlos gemacht hat, ist die liebevolle Umsorgung hier aus dem Dorf, sei es eine offene Toilette oder seien es frisch geschmierte belegte Brötchen zum Frühstück, leckere Hochzeitssuppe und mehr. Die Herzlichkeit war enorm.“

Die Beflissenheit der jungen Leute – 14 bis Ende der 20-er Jahre alt – aber auch. „Nich snacken, topacken“, war angesagt, nachdem das erste Kopfzerbrechen in der Logistik bereinigt war.

Was die niedersächsische Landjugend mit dieser Aktion auch möchte, ist die gesellschaftliche Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement demonstrieren, was mit dieser Aktion durchaus als gelungen betrachtet werden kann.

Sichtlich stolz auf ihr Werk begingen die Baumeister zum Abschluss ein Fest mit weiterem Kennenlernen und einer Darbietung aus dem Jahrmarkt-Theater am Ort.

VON UTE BAUTSCH-LUDOLFS

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