Von Woche zu Woche

Themen setzen statt Stimmung schüren

Das Kurhausrestaurant, die Mitgliedschaft im Demenzdorf-Verein, die Fassaden- und Dachgestaltung des neuen Kurhauses – die Stadtpolitik Bad Bevensen tut sich schwer mit Entscheidungen.

Seit dem Zerbrechen der Mehrheitsgruppe fehlt es nicht nur an eindeutigen Abstimmungsergebnissen, sondern auch am roten Faden. Wohin will die Stadtpolitik?

Längst geführte Diskussionen werden wieder aufgekocht, getroffene Entscheidungen infrage gestellt. Man kann von Glück sagen, dass mit den Voten für Kurhausneubau und Steuererhöhungen – um nur zwei Beispiele zu nennen – viele Weichen für die Weiterentwicklung der Kurstadt bereits in den vergangenen Jahren gestellt wurden. Denn mit Blick auf die Kommunalwahlen 2016 wird die Entscheidungsfreude der Politik erfahrungsgemäß nicht gerade zunehmen.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Bad Bevenser trotz des anstehenden Wahlkampfes wieder auf die Sachthemen besinnen und ihre persönlichen Befindlichkeiten hinten anstellen beziehungsweise Politik nicht auf Kosten anderer machen.

Themen gibt es in der Kurstadt genug, die angepackt gehören: Bürgermeister Martin Feller und mit ihm jetzt auch die Gruppe WBB/Grüne gehen ganz aktiv die Asylbewerberfrage und die mit ihr einhergehenden Problematiken an – das ist gut. Aber wer findet auf andere große Fragen der Stadt Antworten? Wie kann der Verein Demenzdorf aktiv bei der Umsetzung der alternativen Wohnform unterstützt werden? Die SPD hat einen Vorschlag gemacht. Wo bleiben die anderen? Nur zu bekunden, dass es ein gutes Projekt ist, reicht nicht... Wie bleibt die Stadt trotz eingeschränkter Budgets attraktiv (in Optik und Angebot) – für Einwohner und Gäste? Welche Modelle sind für die Realisierung des Geothermie-Projektes auch ohne finanzielle Hilfe des Landes denkbar? Wie wird Bevensen noch attraktiver für Familien? Inhaltliche Fragen gibt es genug, an denen sich die Politik abarbeiten kann und auch sollte.

Von Wiebke Brütt

Rubriklistenbild: © Privat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare