Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs gegen polnische Großfamilie

Polizei findet bei Razzia Wertgegenstände im Wert von mehr als 50.000 Euro

In Uelzen und Umgebung wurden am Mittwochmorgen zahlreiche Wohnobjekte von insgesamt über 200 Ermittlern durchsucht.
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In Uelzen und Umgebung wurden am Mittwochmorgen zahlreiche Wohnobjekte von insgesamt über 200 Ermittlern durchsucht.
  • Mike Höpfner
    VonMike Höpfner
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pm/mih Uelzen/Itzehoe/Hamburg. Seit dem frühen Mittwochmorgen durchsuchten mehr als 200 Ermittler und Einsatzkräfte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Lüneburg mit richterlichen Beschlüssen insgesamt 13 Wohnobjekte im norddeutschen Raum.

+++ Update, 13.45 Uhr +++

Ermittlungserfolg

Im Zuge einer groß angelegten Razzia im norddeutschen Raum stellte die Polizei am Mittwochmorgen umfangreiches Beweismaterial, Unterlagen sowie Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände im sicher.

Parallel sicherten Vermögensermittler Bargeld, Fahrzeuge und mittels Grundbucheintrag, Vermögenswerte durch Vollstreckung von Vermögensarresten in einer Gesamthöhe von mehr als 50.000 Euro.

In einem durch einen Beschuldigten gemieteten Bankschließfach fanden die Ermittler zudem mehr als 20.000 Euro Bargeld, Schmuck, Personaldokumente und sonstige Urkunden.

Einsatzkräfte der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe vollstreckten in Waddewitz einen Haftbefehl gegen einen wegen gewerbsmäßigen Betrugs beschuldigten Anwohner. Alle übrigen angetroffenen Beschuldigten und Anwohner wurden nach teilweise durchgeführten Personenüberprüfungen wieder entlassen.

Des Weiteren wurden im Zuge der Durchsuchungen in den betroffenen Wohnkomplexen drei polnische Staatsbürger angetroffen, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Notlage durch die Beschuldigten zur Ausnutzung ihrer Arbeitskraft ausgebeutet worden sein könnte.

Die weiteren polizeilichen Ermittlungen hierzu dauern an 

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+++ Erstmeldung +++

Hintergrund der Maßnahmen sind umfangreiche Ermittlungen des Kriminalermittlungsdienstes Uelzen in enger Zusammenarbeit mit der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe.

Der Verdacht lautet auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug zum Nachteil von Versicherern, Sozialleistungsbetrug, Urkundenfälschung und Menschenhandel durch eine polnisch-stämmige Großfamilie. Betroffen von den hiesigen Durchsuchungsmaßnahmen sind unter anderem Wohngebäude in den Ortschaften Wriedel, Hanstedt I (beide Landkreis Uelzen), Waddeweitz (Landkreis Lüchow-Dannenberg), Munster (Landkreis Heidekreis) und Hamburg.

Neben verschiedenen Fachermittlern, Einsatzkräften der Bereitschaftspolizeien Lüneburg und Hannover, Beamten des LKA Hamburg sind dabei auch Polizeihunde, Vermögensermittler und Dokumentenprüfer im Einsatz.

Parallel mit den Maßnahmen der hiesigen Ermittler durchsuchen weit mehr als einhundert weitere Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein sowie parallel in den Objekten in Niedersachsen und Hamburg Wohnungen und Rechtsanwaltskanzleien. Federführend ist hier die Bezirkskriminalinspektion Itzehoe.

Neben dem Auffinden von Beweismitteln, der Umsetzung von Haftbefehlen sowie der erkennungsdienstlichen Behandlung und Feststellung von ausgebeuteten Personen dienen die Maßnahmen auch der Gewinnabschöpfung, Einziehung und Beschlagnahme von Wertgegenständen sowie die Umsetzung des dinglichen Arrestes.

Parallel mit den seit Monaten andauernden Ermittlungen laufen auch Maßnahmen der betroffenen Sozialbehörden mit dem Ziel der Streichung/Einstellung und Rückforderung nicht zustehender Sozialleistungen. Die Durchsuchungsmaßnahmen dauern aktuell an, teilt die Polizeiinspektion Lüneburg mit. Weitere Information folgen.

Groß angelegte Razzia am Mittwochmorgen in Uelzen und Umgebung

Groß angelegte Razzia am Mittwochmorgen in Uelzen und Umgebung

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