AUS DEM GERICHT Angeklagte gesteht Fehler ein

Betrügerischer Handel mit Leggings? – Frau aus Wriedel gerät wieder mit Gesetz in Konflikt

Vor dem Amtsgericht Uelzen muss sich eine 34-Jährige wegen Betrugsvorwürfen verantworten.
+
Vor dem Amtsgericht Uelzen muss sich eine 34-Jährige wegen Betrugsvorwürfen verantworten.

Uelzen/Wriedel – Es geht um Leggings, Backformen und auch Kosmetikprodukte: Seit gestern steht eine 34-jährige Frau aus Wriedel wegen Betrugsvorwürfen vor dem Uelzener Amtsgericht.

Ihr wird vorgeworfen, im Jahr 2019 mehrere Produkte beim Internethändler Ebay Kleinanzeigen verkauft zu haben, nach Zahlungseingang jedoch keine Waren verschickt zu haben. Dadurch soll sich die Angeklagte mehrere hundert Euro erschlichen haben.

So soll die 34-Jährige etwa Anfang 2019 Leggings und ein Kleid verkauft haben. „Nach Geldeingang habe ich es verschickt“, gibt die Frau zu Protokoll, die Käuferin will die Ware jedoch nicht erhalten haben. Da die Angeklagte auch nach mehrmaliger Nachfrage weder Angaben zum Versandstatus des Pakets noch zur Rückerstattung des Geldes gegeben haben soll, erstattete die Käuferin Anzeige. Die Wriedlerin erklärt, sie habe sich im Umzugsstress befunden und die Sendungsnummer verloren. Die Post habe ihr jedoch versichert, dass Pakete in der Regel nicht verloren gingen.

So soll es auch bei weiteren Fällen geschehen sein. Dass sie nicht mehr antworten konnte, begründet die Angeklagte immer wieder damit, dass ihr Ebay-Konto mehrmals wegen schlechter Bewertungen gesperrt worden wäre. Sie sei jedoch immer davon ausgegangen, dass die Päckchen angekommen seien. Im Fall von bestellten Backformen bestätigte die Käuferin gestern im Zeugenstand, dass die Ware erst Monate nach der Bestellung eingegangen sei.

Darüber hinaus wird der 34-Jährigen vorgeworfen, mehrere Produkte bei einer Kosmetikfirma bestellt zu haben, ohne diese zu bezahlen. Dies bestätigt die Angeklagte, man habe sich bereits auf eine Ratenzahlung geeinigt.

Wie sie die Waren zu bezahlen gedachte, wollte Richter Thomsen von der Wriedlerin wissen, die derzeit arbeitslos ist und unter dreifacher Bewährung steht. Tränen steigen ihr in die Augen. Wenn es ihr schlecht gehe, versuche sie, dies mit Kaufen zu kompensieren, erklärt die Angeklagte. „Man kann das nicht beschreiben, was mit einem passiert in dem Moment.“ Lange habe sie die Kaufsucht nicht wahrhaben wollen, doch nun wolle sie daran arbeiten. Ein Termin beim Psychologen sei bereits ausgemacht. Auch ihre Mutter sei bereits kaufsüchtig gewesen.

Ein Ebay-Konto habe sie mittlerweile nicht mehr, erklärt die 34-Jährige. Dennoch liegen laut Staatsanwaltschaft bereits neue Verfahren gegen sie vor. Eine Fortsetzung des aktuellen Verfahrens ist für Mittwoch, 26. August, festgelegt.  dab

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare