Zum Ausbildungsstart noch viele Stellen unbesetzt / Unqualifizierte Bewerber

Betrieben fehlen 235 Azubis

Uelzen/Landkreis. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres sind viele Lehrstellen im Landkreis Uelzen noch unbesetzt. Wie die Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen gestern auf AZ-Anfrage mitteilte, waren zuletzt 235 freie Plätze im Landkreis gemeldet.

Vor allem in dem Bereich Gastronomie und Hotellerie sowie in Kfz-Werkstätten gibt es noch Stellen zu vergeben.

Der demografische Wandel ist zu spüren. Aber zwei Drittel der Plätze könnten auch noch vergeben werden – in der Theorie zumindest –, denn laut Zahlen der Arbeitsagentur suchen im Kreis Uelzen auch noch 166 Schulabgänger einen Ausbildungsplatz. In der Praxis erweist sich das Zusammenführen von Bewerbern und freien Plätzen aber als schwierig – und dies nicht nur, weil Schulabgänger andere Berufe ergreifen wollen als angeboten werden.

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Michael-Schwarz, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes, will keine pauschalen Urteile fällen. Aber es zeige sich, dass teils die Aufgaben in der Gastronomiebranche von Schulabgängern unterschätzt würden und deshalb Bewerber nicht auf Stellen passen, so Schwarz. Dirk-Walter Amtsfeld, Obermeister der Kfz-Innung Uelzen/Lüchow-Dannenberg, findet deutliche Worte: „Den Bewerbern fehlt das Niveau“, sagt er. Um den Arbeiten in den Betrieben gewachsen zu sein, dürften Kandidaten in der Schule nicht nur Fünfen bekommen haben.

Inge Schlote, Bereichsleiterin bei der Arbeitsagentur Lüneburg-Uelzen, meint: Ein Blick auf die praktischen Talente der Jugendlichen und nicht ausschließlich auf die Schulnoten könne helfen, die Lehrstellen zu besetzen. Zudem gebe es die Möglichkeit des Stützunterrichts. In der Kfz-Branche sei vor Jahren schon das Berufsfachschuljahr eingeführt worden, in dem die Defizite von Auszubildenden mit einer Mischung aus Praxis und Schulunterricht aufgefangen werden sollen, schildert Amtsfeld. „Wir haben Erfolge erzielt, aber einzelne Bewerber schaffen dieses Jahr nicht.“ Außerdem sei neben dem Mechatroniker der Servicemechaniker für einfachere Arbeiten geschaffen worden. „Mehr macht für einen Betrieb keinen Sinn.“

Von Norman Reuter

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