Planungen für die Nothmannstraße werden konkreter: Einzug von 80 Flüchtlingen im Oktober

DRK betreibt Asyl-Unterkunft

Uelzen. Das Rätselraten um den Betreiber einer neuen Sammelunterkunft für Asylbewerber an der Uelzener Nothmannstraße hat ein Ende.

Der Uelzener Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wird die Betreuung der Flüchtlinge in den früheren Räumen des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes und in einem angrenzenden Gebäude übernehmen. Wie der Landkreis Uelzen gestern mitteilt, wurde der Vertrag vor wenigen Tagen abgeschlossen.

Bereits im Oktober sollen die ersten 80 Bewohner einziehen, ab Januar 2016 werden weitere 70 Flüchtlinge dort ein vorübergehendes Zuhause finden. Betreut werden sie von neun Mitarbeitern des DRK-Kreisverbands, wie dessen Vorsitzender und Geschäftsführer Heinz Meierhoff der AZ sagt. Konkret wird es in der Gemeinschaftsunterkunft sowohl Flüchtlingssozialarbeit als auch einen Hausmeister- und Sicherheitsdienst geben. Über Details zur Finanzierung herrscht bislang Stillschweigen. Zuletzt erklärte der Kreis, einen pauschalen Betrag pro Bewohner für die Leistungen zu zahlen.

„Es wird rund um die Uhr ein Ansprechpartner vorhanden sein, der sich um die dort Lebenden kümmert“, sagt Meierhoff, acht bis neun Stellen schaffe das DRK für diese neue Aufgabe. Die Flüchtlingssozialarbeit wird nach Angaben des Landkreises, der das Gebäude zunächst bis zum 31. Dezember 2025 gemietet hat, vor Ort durch zwei Vollzeit- oder vier Teilzeitkräfte geleistet, die über entsprechende Erfahrungen in der sozialen Arbeit verfügten.

Sie sollen im Vorfeld, so erklärt Meierhoff, die Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften des DRK Region Hannover kennenlernen.

„In der Flüchtlingssozialarbeit haben wir seit Jahrzehnten Erfolg“, betont der DRK-Vorsitzende und wünscht sich vor allem Akzeptanz und Vertrauen seitens der Anwohner. „Wir wollen Strukturen aufbauen, damit ein Miteinander, nicht ein Nebeneinander entstehen kann.“ So hoffe man auch auf ehrenamtliche Unterstützer, etwa für Deutschunterricht oder Dolmetschertätigkeiten.

Bevor die ersten Asylbewerber in den Gebäudekomplex einziehen, kündigt der Landkreis an, werde es eine öffentliche Besichtigung für die Bürger geben, ein genauer Termin steht jedoch noch nicht fest.

In der Zwischenzeit werden in der Nothmannstraße die Handwerker anrücken, um bis zum Herbst die ehemaligen Büroräume zu einer Unterkunft umzuwandeln. Die Kosten für den Umbau sind im Mietpreis enthalten. Parallel dazu laufen zudem die Planungen für einen Neubau auf dem Gelände der Uelzener Obdachlosenunterkunft am Fischerhof, in dem künftig rund 120 Flüchtlinge Platz finden sollen. Meierhoff bestätigt gestern keine Beteiligung an dem Projekt, aber: Sollte es im Landkreis weitere Gemeinschaftsunterkünfte geben, werde man sich bewerben, auch dort die Flüchtlingssozialarbeit zu betreiben.

Von Anna Petersen

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