Henning Otte begleitet Verteidigungsminister nach Afghanistan

Besuch vor Abstimmung

Der Bundestagsabgeordnete Henning Otte (links) begleitete Verteidigungsminister Thomas de Maizière nach Afghanistan. Die Deutsche Delegation führte während ihres Besuchs zahlreiche Gespräche. Foto: Privat

Uelzen/Kabul. Kabul, Berlin, Uelzen: Der Bundestagabgeordnete Henning Otte, der für den Wahlkreis Uelzen-Celle im Berliner Parlament sitzt, ist Obmann für Verteidigung der CDU/CSU Bundestagsfraktion.

In dieser Funktion begleitete er nun im Vorfeld der nächsten ISAF-Mandatsverlängerung den Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière nach Afghanistan. Die ISAF ist eine Sicherheits- und Aufbaumission unter Führung der Nato.

Otte erkundigte sich auf der Reise insbesondere über den Sachstand der Vorbereitungen für den Einsatz von vier Tiger-Unterstützungshubschraubern sowie weiteren vier NH 90 Hubschraubern, die sogenannte Forward-Air-MedEvac-Variante. Geplant ist, die Tiger aus Fritzlar ab Mitte Dezember diesen Jahres und die NH 90 aus Faßberg im Frühjahr 2013 nach Afghanistan zu verlegen. „Die hierfür notwendigen Infrastrukturmaßnahmen werden zielgerichtet umgesetzt und unterstützen noch mehr die Arbeit unserer deutschen Truppe vor Ort“, erklärte Otte. Die Soldaten aus Faßberg hätten den Auftrag, die medizinische Luftrettung vom Einsatzort zum Beispiel bis nach Mazar, dem Sitz des deutschen Feldlager-Hospitals, innerhalb von 60 Minuten zu ermöglichen.

In der Hauptstadt Kabul führte die deutsche Delegation Gespräche mit dem 1. Vizepräsidenten Afghanistans, Mohammed Fahim, sowie dem Verteidigungsminister Bismullah Khan. In der Stadt Mazar-e-Sharif kamen Otte und de Maizière mit dem Gouverneur der Provinz Balkh, Mohammad Atta, sowie mit General Wesa als Chef des 209. Corps der Afghanischen National Armee zusammen. Die afghanischen Repräsentanten haben sich laut Otte bei den deutschen Politikern für den Einsatz der Bundeswehr wie auch für die fortschreitende Stabilisierung Afghanistans bedankt. Verteidigungsminister de Maizière habe immer wieder deutlich gemacht, dass eine große Akzeptanz in Deutschland für eine Verlängerung auch davon abhänge, dass Afghanistan „den eingeschlagenen Weg zu einer friedlichen und erfolgreichen Entwicklung mutig weitergeht“. Im Mittelpunkt des Afghanistan-Besuchs standen vor allem Gespräche mit Soldaten der Bundeswehr im Camp Mazar-e-Sharif. Insgesamt sind im „Regional Command North“ 4600 deutsche Soldaten im Einsatz, erklärte Otte. Ein Gebiet, das halb so groß sei wie Deutschland. In sogenannten Lagevorträgen sei vermittelt worden, dass sich Deutschland kontinuierlich aus der Verantwortung in der ersten Reihe zurückziehen und sich mehr und mehr auf die spezifische Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte konzentrieren werde.

Mittlerweile würden die militärischen Operationen im „RC North“ von der „Afghan National Security Force (ANSF)“ geführt. Der Beitrag der deutschen Streitkräfte verlagere sich auf die Unterstützung und Qualitätssteigerung der afghanischen Sicherheitskräfte. Deutschland beschreite damit einen weiteren wichtigen Meilenstein, um sich zunehmend auf die funktionale Sicherheit und den Service für die ISAF-Truppen zu konzentrieren, teilt der Politiker mit.

Ein Schwerpunkt des deutschen Beitrages liege auch in der Unterstützung durch Drohnen als weiteres Beobachtungsinstrument und der Bekämpfung der sogenannten Improviced Explosive Devices (IED). Diese Sprengfallen sind die größte Bedrohung für die afghanischen und internationalen Kräfte. In diesem Zusammenhang besuchte die Delegation um Minister de Maizière eine Pionierschule unter der Leitung Deutschlands, die die afghanischen Soldaten in die Lage versetzen soll. Noch im Dezember wird der Bundestag darüber entscheiden, ob das Mandat für den ISAF-Einsatz für Afghanistan verlängert wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare