Leitpfosten folgen im Frühjahr 2021

Besserer Verkehrsfluss auf der B 4: Erste Bilanz zu Tempo 80 fällt positiv aus

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Gefährliche Überholmanöver gibt es auf der B 4 noch immer. Aber die Reduzierung auf Tempo 80 wirkt. 2021 folgen Leitpfosten auf den Mehrzweckstreifen.

Uelzen/Landkreis – Mehr Sicherheit durch weniger Tempo, weniger waghalsige Überholmanöver und damit weniger Unfälle mit Schwerverletzten oder gar Toten: Das waren die Ziele hinter der Entscheidung der Landkreise Uelzen und Lüneburg, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der B 4 zwischen dem Abzweig Emmendorf und Grünhagen in der Zeit von 6 bis 19 Uhr von 100 auf 80 km/h zu reduzieren.

Mitte Juli war die Beschilderung aufgebaut worden, knapp vier Monate später ist es Zeit für eine erste vorsichtige Bilanz.

So viel vorweg: Zahlen seit Einführung von Tempo 80 kann die Polizei nicht veröffentlichen, wenngleich alle Unfälle natürlich für die Unfallstatistik Niedersachsens erfasst werden. Diese wird immer im März publiziert. „Durch den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatten wir sehr viel weniger Verkehrsaufkommen, insofern sind die Zahlen nicht vergleichbar mit Vorjahren. Wir gucken lieber auf einen Zeitraum von drei oder noch besser fünf Jahren, um möglichst fundierte Zahlen zu haben“, sagt Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen und zugleich Leiter der Unfallkommission. Und trotz fehlender objektiver Fakten hat der Polizeihauptkommissar ein Bauchgefühl, das positiv stimmt. Denn: „Wir haben sehr viele Rückmeldungen bekommen, die besagen, dass der Verkehrsfluss auf der B 4 besser geworden ist. Wenn Leitpfosten zusätzlich den Mehrzweckstreifen dicht machen, wird das ein weiterer Schritt zur Beruhigung sein“, mutmaßt Dobslaw.

Diese zweite Stufe der Maßnahmen soll im Frühjahr 2021 umgesetzt werden. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die besagten Leitpfosten aufzubringen. Wir sind noch dabei, das entsprechende System auszuwählen. Danach erfolgt die Ausschreibung“, erläuterte Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, gestern auf AZ-Anfrage das weitere Prozedere.

Andreas Dobslaw befährt den Tempo-80-Abschnitt der B 4 täglich selbst, weil er von seinem Wohnort im Landkreis Uelzen zur Arbeit nach Lüneburg pendelt: „Faktisch kann ich keinen Zeitverlust feststellen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit hat sich nicht verändert, der Verkehr fließt aber gleichmäßiger. Dadurch ist das Fahren angenehmer. Es wird nicht mehr so wild gedrängelt.“

Verhehlen will der Polizeibeamte nicht, dass langsamere Lkw oder Traktoren nach wie vor auf den Mehrzweck-streifen ausweichen und so Überholmanöver möglich machen, die gefährlich sein können. Und immer noch gibt es Autofahrer, denen Tempo 80 auf den knapp 17 Kilometern nicht schnell genug ist. Dobslaw: „Aber bald werden wir das im Griff haben – wie vorher auf anderen Strecken wie der K 1 und K 8 in Lüchow-Dannenberg, der L221 Lüneburg-Bleckede oder B 191 Dannenberg-Dömitz.“

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